Cusco & Ollantaytambo: Erkundungen im Heiligen Tal
Nach den trockenen Landschaften rund um Nazca und den beeindruckenden Höhen von Arequipa fliegen wir nach Cusco. Jetzt geht es mitten hinein in die Anden – nach Cusco, ins Heilige Tal der Inka und schließlich nach Ollantaytambo, von wo aus unser Zug nach Machu Picchu starten wird.
Cusco sollte dabei für ein paar Tage unser Zuhause werden. Und obwohl die Stadt mit ihren historischen Mauern, engen Gassen und prächtigen Plätzen schon ziemlich beeindruckend ist, hat uns vor allem die Mischung aus lebendiger Stadt, Inka-Geschichte und ganz viel gemütlichem Café-Leben sehr gefallen.
Ollantaytambo wiederum hat uns dann noch einmal ziemlich überrascht. Eigentlich wollten wir hier vor allem unseren Zug nach Aguas Calientes nehmen. Stattdessen standen wir plötzlich mitten in einer der beeindruckendsten Inka-Anlagen unserer Reise.
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ToggleCusco: Willkommen in der ehemaligen Hauptstadt der Inka
Vor und nach unserem Besuch des Heiligen Tals und von Machu Picchu verbringen wir einige Tage in Cusco. Die Stadt liegt auf rund 3.400 Metern Höhe und ist damit noch einmal deutlich höher als Arequipa.
Das merken wir nicht nur beim Laufen, sondern auch am Wetter. Cusco beschert uns das erste richtige Herbstgefühl unserer Reise. Die Temperaturen fallen nachts ordentlich ab und durch die interessante Bauweise vieler älterer Häuser zieht es teilweise ganz schön durch die Fenster.
Tagsüber ist Cusco dafür umso schöner. Die Innenstadt besteht aus einem Gewirr aus kleinen Gassen, historischen Gebäuden, hübschen Innenhöfen und kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen. Besonders im Stadtteil San Blas könnte ich mich stundenlang treiben lassen.
Cusco zu Fuß entdecken
Cusco war das politische und kulturelle Zentrum des Inkareiches und gilt als dessen historische Hauptstadt. Die Spanier eroberten die Stadt im 16. Jahrhundert und bauten anschließend ihre koloniale Stadt teilweise direkt auf den bestehenden Inka-Strukturen auf. Das sieht man bis heute. Immer wieder entdecken wir zwischen den kolonialen Fassaden perfekt bearbeitete Inka-Mauern. Die großen, ineinander verzahnten Steinblöcke wirken dabei fast schon surreal – vor allem wenn man bedenkt, dass sie ohne moderne Maschinen bearbeitet und passgenau zusammengesetzt wurden. Die Inka kannten weder das Rad noch eine Schriftsprache, sodass man sich stets wundert wie genau das alles gebaut und organisiert werden konnte.
Cusco fühlt sich dadurch ein bisschen wie zwei Städte übereinander an: die koloniale Stadt der Spanier und darunter, dazwischen und manchmal sehr offensichtlich sichtbar die Stadt der Inka.
Besonders gut gefällt uns der Stadtteil San Blas. Die engen, teilweise steilen Gassen führen vorbei an kleinen Wohnhäusern, historischen Mauern und hübschen Innenhöfen. Dazwischen gibt es Galerien, kleine Geschäfte, Restaurants und natürlich jede Menge Cafés. Von hier aus ist es ein Katzensprung zum großen Plaza de Armas samt Kathedrale und schöner kleiner Bauten mit bunten Holzbalkonen.
Mercado San Pedro: Cusco zum Probieren
Natürlich darf auch ein Besuch auf dem Mercado San Pedro nicht fehlen. Auf dem Markt gibt es eigentlich alles, was man sich von einem südamerikanischen Markt erwartet: Obst, Gemüse, Fleisch, Gewürze, Brot, frisch zubereitete Gerichte und jede Menge Menschen, die zwischen den Ständen unterwegs sind. Wir probieren uns durch Melone, Empanadas und Avocadobrot und bekommen damit gleich wieder einen kleinen Einblick in den kulinarischen Alltag Cuscos. Es gibt in der großen Halle zudem noch viele bunte Stände, die Souvenirs verkaufen und wir lassen uns verleiten Holy Water zu kaufen und Coca Bonbons. Diese Sachen sollen wohl gut gehen die dünne Luft helfen.
Gerade solche Märkte mag ich auf Reisen besonders gern. Sie sind weniger „Sehenswürdigkeit“ und mehr echtes tägliches Leben und genau deshalb für mich mindestens genauso spannend.
Schlechtes Wetter? Ab ins Museum!
Da Cusco uns zwischendurch auch mit ziemlich grauem Wetter überrascht, brauchen wir irgendwann eine Schlechtwetter-Alternative. Wir haben uns das Kombiticket für diverse Museen und archeologische Stätten in Cusco und Umgebung gekauft, um möglichst viel über Land und Leute zu lernen.
Nach all den Inka-Mauern, Ruinen und Geschichten, die uns inzwischen begleiten, wollen wir noch einmal genauer verstehen, wie diese beeindruckende Kultur eigentlich organisiert war und gelebt hat und biegen in das kleine aber feine regionale Museum in Cusco ab. Später zieht es uns noch zum Monumento Inca Pachacutec, von dem wir einen tollen Blick auf die Stadt.
Sacsayhuamán: Die gewaltigen Mauern oberhalb von Cusco
Oberhalb von Cusco liegt Sacsayhuamán, eine ehemalige Festungsanlage und zugleich eine bedeutende heilige Stätte der Inka. Schon die Lage ist beeindruckend. Von hier oben haben wir einen fantastischen Blick über Cusco und die umliegenden Berge. Noch beeindruckender sind allerdings wieder die Mauern. Die riesigen, präzise bearbeiteten Steinblöcke sitzen so passgenau ineinander, dass selbst heute kaum vorstellbar ist, wie die Inka diese gewaltigen Steine bewegt und verarbeitet haben. Einige der verwendeten Blöcke sind mehrere Meter groß und wiegen entsprechend viele Tonnen. Zwischen den Mauern entdecken wir außerdem Tunnel und unterschiedliche Bereiche der Anlage. Wieder einmal wird deutlich, dass die Inka ihre Bauwerke nicht einfach irgendwo in die Landschaft gesetzt haben. Lage, Gelände, Wasser und Verteidigung spielten eine wichtige Rolle. Und genau dieses Zusammenspiel von Natur und menschlicher Baukunst wird uns auch im Heiligen Tal noch häufiger begegnen.
Von Cusco nach Ollantaytambo: Mit dem Colectivo durchs Heilige Tal
Für den nächsten Abschnitt unserer Reise nehmen wir ein Colectivo von Cusco nach Ollantaytambo. Colectivos sind kleine Busse/Sammeltaxis, die sowie alle Plätze belegt sind, losfahren. Es ist trubelig und laut, doch als der Preis verhandelt ist und die Plätze belegt sind, startet auch schon unsere rasante Fahrt. Die Fahrt führt uns durch die Anden und die Landschaft wird mit jedem Kilometer beeindruckender. Ich beobachte die Landschaft und frage mich zwischendurch, ob der nächste Erdrutsch wohl noch auf die Straße kommt. Die Straßen sind teilweise desolat, viele Steine und Schlaglöcher machen die 2 Stunden sehr spannend. Und dennoch abenteuerliche Fahrten gehören hier irgendwie einfach dazu.
Ollantaytambo: Eine Inka-Stadt mitten im Heiligen Tal
Ollantaytambo überrascht uns bei Ankunft dann ziemlich. Der kleine Ort liegt im Heiligen Tal und ist vor allem für seine außergewöhnlich gut erhaltene Inka-Architektur bekannt. Der historische Stadtgrundriss der Inka ist bis heute erkennbar und teilweise stehen die heutigen Häuser sogar direkt auf originalen Inka-Mauern.
Durch die engen Straßen zu laufen, fühlt sich deshalb ein bisschen anders an als in vielen anderen Orten Perus. Natürlich gibt es heute Marktstände, Cafés, Restaurants und Souvenirläden. Aber darunter liegt noch immer die Struktur der alten Inka-Stadt. Es scheint wir haben viel zu wenig Zeit eingeplant, um alles in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Denn schon am nächsten Morgen soll unser Zug früh in Richtung Aguas Calientes fahren.
Die Festung von Ollantaytambo: Inka-Terrassen mit Aussicht
Am Hang oberhalb des Ortes liegt die archäologische Anlage von Ollantaytambo. Über gewaltige Terrassen steigen wir immer weiter nach oben. Der Aufstieg ist nicht gerade ein Spaziergang, vor allem nicht auf dieser Höhe, aber mit jedem Schritt wird die Aussicht besser. Der Wind pustet uns ordentlich um die Ohren, als wir von oben über das Tal blicken und auf die umliegenden Berge. Die Landschaft wirkt riesig und gleichzeitig unglaublich gut von den Inka in ihre Bauweise integriert. Denn genau das wird hier besonders deutlich: Die Inka haben nicht einfach gegen die Landschaft gebaut, sondern mit ihr. Die Terrassen nutzten sie für Landwirtschaft, die Hänge wurden geschickt in die Anlage integriert und auch die Wasserversorgung spielte eine zentrale Rolle.
Der Sonnentempel und sechs gewaltige Monolithen
Besonders beeindruckend ist der obere Zeremonialbereich. Hier steht das Mauerwerk des Sonnentempels mit seinen sechs riesigen Monolithen. Die gewaltigen Steine wurden über große Entfernungen transportiert und anschließend präzise bearbeitet. Wenn man direkt davorsteht, ist es schon ziemlich schwer zu begreifen, wie diese Steine hier überhaupt hingekommen sind. Und genau solche Momente liebe ich auf Reisen: Man steht vor etwas, das vor Jahrhunderten entstanden ist, und versucht sich vorzustellen, wie die Menschen damals gearbeitet, geplant und gebaut haben. Ollantaytambo war dabei nicht nur ein religiöser Ort. Die Anlage hatte auch eine wichtige strategische Bedeutung. Die Lage zwischen den Bergen machte den Ort gut zu verteidigen und Ollantaytambo spielte später sogar eine Rolle im Widerstand der Inka gegen die Spanier.
Ollantaytambo am Abend: Zwischen Inka-Mauern und Cafés
Zurück im Ort schlendern wir noch ein wenig durch die schmalen Gassen. Zwischen den alten Inka-Mauern stehen heute kleine Cafés, Restaurants und Marktstände. Tourismus gehört inzwischen ganz selbstverständlich zum Ortsbild, denn schließlich ist Ollantaytambo einer der wichtigsten Ausgangspunkte für die Reise nach Machu Picchu. Trotzdem hat der Ort für uns seinen besonderen Charakter behalten. Wir hätten hier definitiv noch länger bleiben können. Aber unser Zug fährt am nächsten Morgen früh und damit wartet das nächste große Highlight unserer Peru-Reise auf uns.
Cusco & Ollantaytambo: Abtauchen in die Welt der Inka
Unsere Tage in Cusco und Ollantaytambo haben uns noch einmal eine ganz andere Seite Perus gezeigt und noch mehr Einblicke in die Geschichte des Landes gebracht. Cusco verbindet koloniale Architektur mit den Spuren des alten Inkareiches, während Ollantaytambo uns mitten hinein in die Landschaft und Baukunst der Inka geführt hat. Besonders spannend finde ich dabei, dass sich die Geschichte nicht nur in Museen findet. Sie steckt in den Mauern, den Terrassen, den Straßen und sogar in den heutigen Häusern. Und während wir am Abend in Ollantaytambo noch einmal durch die alten Gassen laufen, können wir nur erahnen wie spektakülar unsere nächste Station wird. Wir alle kennen sie von Bildern und doch bin ich gespannt, wie es sein wird selbst dort zu sein: Machu Picchu – wir kommen.
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