Komodo Nationalpark
Reiseroute Teil 4 - Indonesien

Flores & Komodo Nationalpark – Zwischen Drachen, Mantarochen und unvergesslichen Tagen auf See

Flores – Mehr als nur das Tor zum Komodo Nationalpark

Nach den grünen Reisterrassen Lomboks führte mich meine Reise weiter nach Flores, einer der abwechslungsreichsten Inseln Indonesiens. Viele Reisende verbinden Flores ausschließlich mit dem Komodo-Nationalpark und Labuan Bajo dabei hat die Insel selbst unglaublich viel zu bieten. Von aktiven Vulkanen über traditionelle Dörfer bis hin zu türkisfarbenen Kraterseen und einsamen Wasserfällen zählt Flores für viele Indonesien-Kenner zu den schönsten Inseln des Landes.

Die rund 14.000 Quadratkilometer große Insel gehört zu den Kleinen Sundainseln und verdankt ihren Namen den portugiesischen Seefahrern, die sie aufgrund ihrer üppigen Vegetation Flores“ – also Blumen“ – nannten. Heute leben hier knapp zwei Millionen Menschen, überwiegend katholischen Glaubens. Damit unterscheidet sich Flores erneut deutlich von Bali oder Lombok und zeigt einmal mehr, wie vielfältig Indonesien kulturell und religiös ist.

Als Ausgangspunkt für den Westen der Insel dient Labuan Bajo, ein ehemaliges Fischerdorf, das sich in den vergangenen Jahren zum bekanntesten Reiseziel Flores entwickelt hat. Von hier starten nahezu alle Tauchsafaris und Bootstouren in den Komodo-Nationalpark. Gleichzeitig lohnt sich ein längerer Aufenthalt auf Flores selbst: Zu den bekanntesten Highlights zählen die traditionellen Wae-Rebo-Dörfer, die spektakulären Cunca Wulang– und Cunca Plias-Wasserfälle, die Reisterrassen rund um Ruteng, der markante Inerie-Vulkan, das traditionelle Dorf Bena sowie die weltberühmten Kelimutu-Seen, deren drei Kraterseen je nach Mineralgehalt und vulkanischer Aktivität ihre Farbe verändern. Wer genügend Zeit mitbringt, sollte Flores deshalb nicht nur als Zwischenstopp betrachten, sondern die Insel einmal von West nach Ost bereisen.

Tauchen im Komodo Nationalpark – Eine der schönsten Unterwasserwelten der Erde

Währrend meiner Reisen haben mir viele liebe Menschen nahe gelegt, dass ich den Komodo-Nationalpark unbedingt unter Wasser erleben müsse. Nach sechs Tauchgängen kann ich nur sagen: Sie hatten alle recht. Der Nationalpark zählt zu den artenreichsten Meeresgebieten unseres Planeten. Er liegt im sogenannten Korallendreieck, dem Zentrum der marinen Artenvielfalt. Über 1.000 Fischarten, hunderte Korallenarten sowie Mantarochen, Meeresschildkröten, Delfine und verschiedene Haiarten sind hier zuhause.

Jeder Tauchgang fühlte sich anders an. Mal glitten majestätische Mantarochen nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg, dann wieder begegneten wir Weißspitzen-Riffhaien, Meeresschildkröten oder riesigen Fischschwärmen, die das Sonnenlicht glitzernd reflektierten. Zwischen leuchtend blauen Seesternen, knallgelben Weichkorallen und farbenprächtigen Korallengärten wusste ich oft gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte.

Die Tauchplätze gehören allerdings nicht ohne Grund zu den anspruchsvolleren Indonesiens. Die starken Gezeiten erzeugen teilweise kräftige Strömungen, sodass wir uns an einigen Stellen mit sogenannten Riffhaken an Felsen befestigten. Statt gegen die Strömung anzuschwimmen, konnten wir uns einfach treiben lassen und das faszinierende Schauspiel der Unterwasserwelt beobachten.

Komodo Tauchen
Komodo Nationalpark Tauchen
Korallen Komodo

Drei Tage auf See – Mit der El Ashar durch den Komodo Nationalpark

Nach den Tauchgängen wartete das nächste Abenteuer: drei Tage an Bord der El AsharMit nur zwölf Gästen war die Atmosphäre angenehm familiär. Zufällig waren auch zwei weitere deutsche Alleinreisende an Bord, sodass wir uns sogar eine Kabine teilten. Schnell entstand eine tolle Gemeinschaft, während wir von Insel zu Insel segelten. Schon vom Boot aus beeindruckte mich die Landschaft. Anders als das tropisch grüne Bali prägen im Komodo-Nationalpark savannenartige Hügel, schroffe Vulkaninseln und trockene Vegetation das Bild. Besonders während der Trockenzeit erinnern die goldgelben Hügel fast eher an Ostafrika als an Südostasien. Unsere Tage bestanden aus Schnorcheln, kleinen Wanderungen, Baden im türkisfarbenen Wasser und entspannten Stunden an Deck. Delfine begleiteten unser Boot und lieferten sich kleine Wettrennen mit den Wellen am Bug. Abends färbten spektakuläre Sonnenuntergänge den Himmel in kräftige Orange- und Rosatöne Momente, in denen die Zeit plötzlich ganz unwichtig wurde.

Padar, Komodowarane und die Kehrseite des Paradieses

Natürlich standen auch die bekanntesten Highlights des Nationalparks auf dem Programm.

Der Sonnenaufgang auf Padar Island zählt zu den berühmtesten Fotomotiven Indonesiens. Die Aussicht über die drei geschwungenen Buchten ist tatsächlich atemberaubend (man blickt auf einen schwarzen, einen rosanen und einen weißen Sandstrand). Gleichzeitig teilten wir diesen besonderen Moment mit unzähligen anderen Reisenden. Schon früh am Morgen bildeten sich lange Menschenschlangen auf den Treppen zum Aussichtspunkt.

Auch auf Komodo Island begegneten wir schließlich den berühmten Komodowaranen den größten Echsen der Welt. Die Tiere können bis zu drei Meter lang und über 70 Kilogramm schwer werden und kommen ausschließlich auf wenigen Inseln Indonesiens vor. Während unseres Besuchs lagen viele Warane allerdings regungslos im Schatten und wurden im Minutentakt von Besuchergruppen passiert.

Mindestens genauso nachdenklich machte mich der Müll, der stellenweise im Meer trieb. In Gesprächen mit der Crew erfuhren wir viel über die Herausforderungen der Region. Viele kleinere Inseln verfügen noch immer über keine funktionierende Müllentsorgung. Gleichzeitig leben zahlreiche Familien direkt oder indirekt vom Tourismus und hoffen auf eine nachhaltige Entwicklung der Region.

Komodo Bootstour
Komodowaran Nationalpark
Pink Beach Komodo
Komodo Nationalpark
Komodo Island
Padar Island

Flores abseits der Touristenpfade

Nach der Bootstour wollten wir Flores noch einmal von einer ganz anderen Seite erleben. Gemeinsam fuhren wir über zahlreiche Serpentinen ins grüne Hinterland bis zu den Cunca Plias Wasserfällen.

Schon die Fahrt war ein Erlebnis. Links und rechts der Straße wuchsen Kakao, Kaffee, Vanille, Mais, Ananas, Passionsfrüchte und Papayas. Immer wieder winkten uns Kinder zu und Bauern arbeiteten auf ihren Feldern. Da wir erst am späten Nachmittag ankamen, hatten wir die beiden Wasserfälle fast für uns allein. Das Wasser war aufgrund der Höhenlage überraschend kalt, sodass wir das Baden kurzerhand ausließen und stattdessen einfach die Ruhe genossen. Den Tag ließen wir schließlich mit einem letzten Sonnenuntergang am Strand ausklingen, bevor sich unsere Wege trennten.

Begegnungen, die bleiben

Mein letzter Abend in Labuan Bajo zeigte mir noch einmal, warum ich das Reisen so liebe. Vor einigen Tagen hatte mich Tiara in einem Café angesprochen. Aus einem kurzen Gespräch entwickelte sich schnell eine Freundschaft, und so trafen wir uns zum Abschied noch einmal auf einen letzten Sonnenuntergang und zum Abendessen. Tiara lernt Deutsch und Französisch und erzählte mir viel über ihr Leben in Indonesien, ihre Familie und ihre Kultur. Solche Begegnungen lassen sich nicht planen und genau deshalb gehören sie oft zu den schönsten Erinnerungen einer Reise.

Flores Komodo
Flores Natur
Boote Komodo

Welche Bootstour im Komodo-Nationalpark passt zu dir?

Wer eine Tour durch den Komodo-Nationalpark bucht, sollte allerdings wissen, dass die meisten Anbieter nahezu dieselbe Route fahren. Egal ob Tagesausflug, zwei oder drei Tage auf dem Boot Stopps wie Padar Island, Komodo oder Rinca, Manta Point, Kalong Island sowie verschiedene Schnorchelplätze gehören bei fast allen Touren zum Standardprogramm. Unterschiede gibt es vor allem bei der Bootsgröße, der Anzahl der Gäste, dem Komfort an Bord und der Reihenfolge der Stopps. Gerade an den beliebtesten Aussichtspunkten merkt man deshalb schnell, wie viele Boote gleichzeitig unterwegs sind.

Für mich hat sich die Entscheidung für die dreitägige Tour trotzdem absolut gelohnt. Während Tagesgäste viele Orte nur kurz besuchen, bleibt auf einer mehrtägigen Tour deutlich mehr Zeit, das Leben an Bord zu genießen, Sonnenauf- und -untergänge auf dem Meer zu erleben und die besondere Atmosphäre zwischen den Inseln wirklich auf sich wirken zu lassen.

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