Ausblick Hausberg Copacabana Bolivien
Reiseroute Teil 1 - Australien,  Reiseroute Teil 7 - Bolivien

Zwischenstopp in Copacabana – Bolivien

Nach unserem Besuch am peruanischen Ufer des Titicacasees war es Zeit für einen Länderwechsel. Wir verließen Peru und machten uns auf den Weg nach Bolivien, genauer gesagt nach Copacabana, einer kleinen Stadt direkt am bolivianischen Ufer des Titicacasees.

Der Grenzübertritt von Peru nach Bolivien war für uns der Beginn eines neuen Kapitels. Wir gingen tatsächlich zu Fuß über die Grenze und plötzlich war da dieses kleine, aber besondere Gefühl: Ein Schritt und wir waren in einem neuen Land. Zoll und Einreisekontrolle waren einfach zu bewältigen und zogen sich lediglich in die Länge, da das Personal die Ruhe weg hatte. Obwohl die Landschaft rund um den Titicacasee natürlich weiterhin vertraut wirkte, fühlte sich die Umgebung anders an. Neue Währung, neue Straßen, neue Eindrücke und gleichzeitig dieselbe beeindruckende Hochlandlandschaft. Unser erstes Ziel war Copacabana.

 

Copacabana liegt auf rund 3.840 Metern Höhe direkt am Titicacasee und gehört zu den bekanntesten Orten am bolivianischen Seeufer. Der Ort ist nicht nur Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge auf dem See, sondern auch ein bedeutender Wallfahrtsort. Für uns war Copacabana vor allem der erste richtige Aufenthaltsort in Bolivien und wir merkten ziemlich schnell, dass die Höhe hier noch einmal eine Rolle spielen würde. Nach den vergangenen Wochen in Peru waren wir zwar inzwischen an große Höhen gewöhnt, aber fast 4.000 Meter bleiben eben fast 4.000 Meter. Somit wurde auch der Aufstieg zur Unterkunft eine kleine anstrengende Wanderung mit Gepäck. Es ging vorbei an halbfertigen Häusern, freilaufenden Hunden, Schafen und Ferkeln.

Copacabana Bolivien
Copacabana Bolivien Ort
Copacabana Bolivien Spaziergang

Eine ziemlich kalte Nacht auf fast 4.000 Metern

Was uns anschließend allerdings noch deutlich stärker beschäftigte, war die Nacht. Copacabana liegt auf rund 3.840 Metern und die Häuser sind nach unserem Verständnis schlecht isoliert und Heizungen gibt es maximal zum Einstecken in die Steckdose. Das Ergebnis? Ich lag nachts mit Stirnband und zwei Paar Socken im Bett und fror trotzdem unter dem Decken-Sandwich. Während wir tagsüber noch über die beeindruckende Landschaft staunten, wurde uns spätestens in dieser Nacht bewusst, was die Höhe und das Klima im bolivianischen Altiplano tatsächlich bedeuten können. Der Titicacasee sorgt zwar für ein besonderes Landschaftsbild, aber er macht aus Copacabana definitiv keinen warmen Urlaubsort.

Der Aufstieg auf unseren Hausberg

Am nächsten Tag wollten wir Copacabana trotzdem unbedingt noch von oben sehen. Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg auf den Hausberg des Ortes. Der Aufstieg war aufgrund der Höhe durchaus anstrengend. Jeder Schritt fühlte sich ein bisschen schwerer an als gewohnt und die dünne Luft machte sich bemerkbar. Aber dann waren wir oben und vor uns lag der Titicacasee, riesig und tiefblau, eingerahmt von der Landschaft des bolivianischen Hochlands. Von oben konnte man erst richtig erkennen, wie besonders die Lage von Copacabana eigentlich ist. Das Wasser wirkt beinahe wie ein Meer, nur dass man sich hier eben auf fast 4.000 Metern befindet. Ansonsten kann man in Copacabana die Isla del Sol per Fähre erreichen oder auch gemütlich durch ein paar Marktstraßen schlendern. Meiner Erfahrung nach reicht hierfür auch ein Tag vollkommen aus.

Copacabana Strand Bolivien
Ausblick Hausberg Copacabana Bolivien
Copacabana Marktplatz Bolivien

Der Titicacasee begleitet uns weiter

Nach unserem Aufenthalt in Copacabana war unsere Reise am Titicacasee noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil: Wir würden den See noch einmal ganz anders erleben, bevor es weiter nach La Paz ging. Am Abend machten wir uns mit dem Bus auf den Weg in Richtung La Paz. Ein Teil der Strecke führte dabei über eine Fähre, mit der Busse und Fahrzeuge den See überqueren. Wobei Fähre nach mehr klingt, als es eigentlich war. Währrend wir in einer Mini-Barkasse übersetzen, wurde der Bus auf eine Art großes Holzfloß gefahren, dass im Schneckentempo sich auf den Weg zum anderen Ufer machte. Kurz bangten wir um unser Gepäck und Transportmittel. Nachdem alle und alles gut das andere Ufer erreicht hatten ging es quer durchs Land Richtung La Paz.

Mein Fazit zu Copacabana

Copacabana war für uns kein klassischer „Wir verbringen hier eine Woche und erkunden entspannt die Umgebung“-Aufenthalt. Die Aussicht auf den Titicacasee war jeden einzelnen Höhenmeter wert. Alles in allem reichen allerdings 1-2 Nächte meiner Meinung völlig aus, um einen Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen. Und so ging es für uns anschließend weiter nach La Paz und damit in eine völlig andere Welt. Eine riesige Stadt, die sich spektakulär in die Berge des Altiplano schiebt und deren Höhenunterschiede man am besten nicht zu Fuß, sondern mit der Seilbahn überwindet.

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