Zugfahrt Sri Lanka Panorama
Abenteuer an Land,  Asien,  Sri Lanka

Zugfahren Sri Lanka – alles anders als erwartet

Teil 1: Zugfahren von Kandy nach Nuwara Eliya

Nachdem Aufstehen und Zusammenpacken sehen wir aus unserem Fenster die ersten Affen. Es ist 7 Uhr morgens in Kandy und wir vernaschen zwei Toast mit Ei zum Frühstück. Wir hoffen heute ein Zugticket zu bekommen, da Claire (die Schweizer Dame) uns schon warnte diese Strecke ist zu beliebt und Plätze sind begrenzt. Sie hatte Karten für uns kaufen wollen, es war die letzten Tage ausverkauft. Verunsichert aber entschlossen nehmen wir das TukTuk zum Bahnhof und stellen uns in die Schlange vor dem Ticketschalter. Für umgerechnet 2€ bekommen wir noch 2. Klasse Tickets nach Nano Oya. Wir haben noch etwas Wartezeit und das Gleis füllt sich ungemein mit Backpackern aus aller Welt. Relativ pünktlich kommt ein roter Zug mit klapprigen alten Waggons eingefahren und das wilde Gedränge beginnt. Geradeso passen alle Leute irgendwie in den Zug, es wird dicht an dicht gestanden und ob wir gerade 1. oder 2. Klasse stehen können wir nicht erkennen. Zugfahren Sri Lanka scheint doch nicht so entspannt zu sein, wie es viele Posts und Bilder im Internet suggerieren.

Unsere Backpacks zwischen den Füßen gruselt es uns schon vor den nächsten paar Stunden. Mit ein bisschen Glück können wir näher an ein Fenster rücken und wenigstens herausschauen und das vorbeiziehende Panorama genießen. Der Zug ist maßlos überfüllt und dennoch versuchen Händler über Menschen hinweg zu steigen und ihre Waren zu verkaufen. Es ist stickig und als Plätze nahe der offenen Tür freiwerden schlängel ich mich durch. Ich lasse die Füße aus dem Zug baumeln und genieße die vorbeiziehende Landschaft. Es geht über Brücken und Tunnel, die Teeplantagen säumen die Zugstrecke. Immer wieder mittendrin stehen kleine Wellblechhütten und Tempel, Frauen mit großen Beuteln und Körben pflücken Teeblätter. Ich unterhalte mich nett mit einem indischen Paar, welches neben mir sitzt und einem Typ aus Singapur. Auch zwei Russen und ein Italiener stehen nahe bei, allesamt freundlich und mit sehr ähnlichen Reiseplänen. Während der holprigen Fahrt versuche ich abzuschalten und das vorbeiziehende Land einzufangen. Nach knapp 4.30 Std. kommen wir in Nano Oya an. Die ist die dichteste Haltestelle zu Nuwara Eliya unserem eigentlichen Ziel.

Die Leute drängen in den Zug noch bevor wir überhaupt aussteigen können – schockierend und Angst schürend zugleich. Panik macht sich breit als ich meine Freundin nicht mehr sehe, ihren Rucksack aber schon von Fremden entgegen geworfen bekommen habe. Nach 10min sehe ich sie dann endlich, wir sind erleichtert. Ein Hikingguide bietet uns eine TukTuk Fahrt nach Nuwara an für 400 LKR, wir willigen ein nachdem auch zwei Französinnen mitkommen und sogar auch in unserer Unterkunft bleiben wollen. 

Die von Chinesen geführte Unterkunft ist sehr rudimentär eingerichtet. Wir stellen unsere Sachen ab und ziehen uns warm an, denn die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch und die Temperaturen sehr gesunken, da wir während der Zugfahrt viele Höhenmeter überwunden haben. Wir machen eine Erkundungsrunde durch den Ort vorbei am Stadion, der Poststation und dem Viktoria Park. Alles deutet auch hier deutlich auf eine englisch geprägte Vergangenheit hin. Wir holen uns Wasser, Kekse und Bananen und spazieren durch Marktstraßen. In Nuwara ist es deutlich dreckiger als zuvor in Kandy und auch sind die Leute viel aufdringlicher. Die Wolken hängen tief und es fängt an mit regnen. Zum Abendessen entscheiden wir uns daher für ein großes nahe gelegenes Restaurant, das sich als sehr überteuert herausstellt. Dennoch bekommen wir rosa Valentinstagsgetränke zur Feier des Tages. Wir gehen früh zu Bett, denn Morgen wollen wir in den Horton Plains Nationalpark.

Zug von Kandy
Nuwara Eliya Teeplantagen
Aussichten Zugfahrt nach Nano Oya
Kandy Bahnhof Einstieg Zugfahrt nach Nano Oya
Zuginnenraum Kandy nach Nuwara Eliya

Teil 2: Pamoramafahrt – Von Nano Oya nach Ella

16.02.2019

Der Morgen began mit einer rasanten TukTuk Fahrt Richtung Bahnhof von Nano Oya. Unsere reservierten 1. Klasse Tickets waren eigentlich für einen späteren Zug gedacht, doch haben wir das gekonnt ignoriert und sind 9.20 Uhr gestartet. Zugfahren auf Sri Lanka ist bei Weitem nicht so strikt und organisiert wie wir es aus Europa kennen. Die mal wieder prall gefüllten Wagen des kanadisches Zugmodells (letzte Zugfahrt war im chinesischen Zugmodell) setzen sich langsam in Bewegung als auch die letzten Leute es noch irgendwie geschafft hatten sind herein zu quetschen. Die Fahrt bot wieder tolle Aussichten auf Wasserfälle, Teeplantagen und Gebirgsketten mit dazwischen liegenden grünen Tälern. Doch die Prozedur ist wieder die selbe: eng gereiht, stehend mit Backpack zwischen den Füßen. Besonders aufregend sind die Streckenabschnitte durch Tunnel. Da der Zug selbst kein Licht hat wird es minutenlang stockfinster und man zieht die eigene Hand vor Augen nicht. Oft brach Gekreische und Gelächter zugleich aus. Auf der Fahrt haben wir ein junges Pärchen aus Jena und ein weiteres aus Osnabrück kennengelernt. So war die Fahrt sehr unterhaltsam und witzig, trotz den Beklemmungs-gefühlen übere mehrere Stunden. Wie diese fancy Bilder mit aus dem Wagen hängenden Damen in langen Kleidern entstehen bleibt mit nach dieser Erfahrung echt ein Rätsel.

In Ella angekommen, strömten die Massen aus dem Zug und der Eindruck, dass Ella die Backpacker Hochburg ist bestätigte sich rasch. Unsere nun Bekannten hatte alle unterschiedliche Unterkünfte und so tauschten wir Nummern falls man sich mal wiedersehen wollte. Pläne haben wir alle ähnliche, ob die Wanderung zu Little Adams Peak oder doch Ellas Rock überlegen wir noch. Unsere Entscheidung liest du hier.

Zugaussichten nach Ella
Zugaussichten
Wegweiser Bahnhof Nano Oya
Ankunft Ella Station Sri Lanka Zugfahrt

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