Was du vor deiner Auszeit beachten solltest
Im Folgenden zeige ich dir die wichtigsten 6 Punkte, die mir bei der Vorbereitung meines Sabbaticals als Grundlage dienten:
- Dein Warum
- Finanzen & Budget
- Job & Absicherung
- Wohnung & Verpflichtungen
- Organisation & Planung
- Mentale Vorbereitung
1. Dein Warum - die wohl wichtigste Frage zuerst
Bevor du über Visa, Versicherungen oder Budget nachdenkst, solltest du dir eine Frage ehrlich beantworten:
Warum willst du ein Sabbatical machen?
- Willst du reisen und die Welt sehen?
- Abstand vom Job gewinnen?
- Dich neu orientieren oder bewusst aus dem Hamsterrad aussteigen?
- Oder einfach mal wieder Zeit haben, ohne Zweck und Ziel?
- Brauchst du Raum und Zeit um große Lebensfragen zu durchdenken?
- Möchtest du einfach für Familie und Freunde da sein?
Dein Warum bestimmt – braucht ein überhaupt ein Sabbatical oder ist eine andere Art der Auszeit passender?!
Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten, dass man fast den Überblick verlieren könnte. Bestimmt hast du schon einmal von Bildungsurlaub gehört, einige Firmen bieten Pflegeauszeiten direkt an und Beurlaubungen können auch eine Möglichkeit sein. Was genau du brauchst und möchtest, entscheidest du!
Sowie du weißt, was du mit deiner Zeit anstellen möchtest, können die nächsten Überlegen starten:
- wie lange deine Auszeit dauert
- wie viel Geld du brauchst (willst du nebenbei arbeiten à la Work & Travel?)
- ob du viel reist oder an einem Ort bleibst oder oder oder
- und wie du danach wieder im Job einsteigst (oder auch nicht)
Ohne klares Warum wird selbst die schönste Auszeit irgendwann leer.
2. Finanzen & Budget: Was kostet ein Sabbatical wirklich?
Ein Sabbatical muss kein Luxusprojekt sein – aber es braucht einen ehrlichen Finanzplan.
Fragen, die ich mir in der Vorbereitung gestellt habe:
- Wie lange kommst ich mit deinem Ersparten aus?
- Welche laufenden Kosten bleiben bestehen? (Miete, Versicherungen, Abos)
- Habe ich ausreichend Rücklagen & einen Puffer für Unvorhergesehenes?
Tipp aus Erfahrung:
Plane lieber konservativ – Freiheit fühlt sich nur dann gut an, wenn sie nicht permanent Stress verursacht.
Falls du bestimme Kontinente oder Länder im Blick hast, kann man gut Tagesausgaben recherchieren und somit einen ersten Richtwert erhalten.
3. Job & Absicherung: Welche Modelle gibt es?
Ein Sabbatical kann ganz unterschiedlich umgesetzt werden:
- unbezahlter Urlaub
- Sabbatical-Modell im Unternehmen
- Leave of Absence
- Bildungsurlaub (zeitlich begrenzt)
- Kündigung mit späterem Neuanfang
Wichtig:
- Erkundige dich bei Kollegen/-innen, die bereits eine ähnliche Auszeit gemacht haben
- Sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber
- Bereite dich gut auf das Gespräch vor
- Zeige auf, warum auch das Unternehmen profitiert (Motivation, neue Perspektiven, Bindung)
Wenn du die erste Person im Unternehmen bist, die eine Auszeit plant, ist Vorbereitung alles.
4. Wohnung & Verpflichtungen klären
Je klarer dein Leben zu Hause geregelt ist, desto sorgenfreier reist du.
Optionen für deine aktuellen 4 Wände können sein:
- untervermieten
- kündigen
- Möbel einlagern/verkaufen
- Verpflichtungen pausieren oder delegieren
Ein aufgeräumter Kopf beginnt oft mit einer aufgeräumten Basis 🙂
5. Organisation & Planung
Hier trennt sich Traum von Umsetzung. Wenn wir ehrlich sind umgibt uns viel Bürokratie und auch damit muss man sich einmal beschäftigen, bevor das Abenteuer so richtig starten kann:
Versicherungen
- Auslandskrankenversicherung suchen (Reiseländer USA/Kanada: teurer, aber relevant je nach Reiseziel)
- normale Krankenversicherung: kündigen oder Anwartschaft (z. B. Techniker Krankenkasse → 2 Monate Kündigungsfrist)
- Unfall-, Reiseabbruch- oder Reiserücktrittsversicherung
- Ggf. Reisegepäckversicherung
- Versicherungen über Kreditkarten prüfen (Leistungsumfang!)
Wichtige Dokumente
- Impfungen & Impfpass
- Visa & Einreisebedingungen
- Gültigkeit von Reisepass & Personalausweis
- internationaler Führerschein (Beantragung kann in Hamburg z.B. bis zu 6 Wochen dauern)
- Work & Travel Regularien (z. B. Australien nur bis zum 30. Lebensjahr)
- Kreditkarten & Finanzzugang im Ausland (Gebühren je Bank können variieren)
Ein guter Plan spart unterwegs Nerven und Geld.
6. Mentale Vorbereitung: Der unterschätzte Teil
Ein Sabbatical verändert dich. Da sind wir uns sicherlich alle einig.
Du wirst:
- Unsicherheit erleben
- Routinen verlieren
- neue Seiten an dir entdecken
Nicht jeder Tag fühlt sich nach Freiheit an – und das ist völlig normal.
Offenheit, Flexibilität und Selbstreflexion sind mindestens genauso wichtig wie ein solider Finanzplan. Hole dir Freunde und Familie ins Boot und lass sie rechtzeitig an deinen Gedanken und Planungen Teil haben.
Und wie war bei bei mir?
All diese Punkte klingen strukturiert, durchdacht und vernünftig.
Aber mein Sabbatical begann nicht direkt mit Tabellen oder Versicherungsvergleichen.
Es begann mit einem Wunsch. Schon lange.
Der Wunsch, endlich die Länder der Südhalbkugel zu entdecken.
Die Orte, die für mich immer so weit weg wirkten – geografisch, aber auch im Alltag zwischen Terminen, Verpflichtungen und „irgendwann mal“.
Ich wollte reisen, ohne ständig auf die Uhr zu schauen. Ohne das Gefühl, nach zehn Tagen schon wieder zurück in die Realität zu müssen.
Ich wollte Zeit haben. Für Gespräche. Für Abenteuer & auch Stille. Für Familie und Freunde.
Und auch für mich.
Es war keine Flucht. Es war eher ein leises, aber klares: Jetzt.
Ich wollte mir Raum geben für Fragen, die im normalen Alltag keinen Platz finden. Wo will ich hin – beruflich, persönlich, im Leben?
Was fühlt sich wirklich nach mir an?
Mein Sabbatical war deshalb weniger ein „Raus aus allem“ – sondern ein bewusstes „Hin zu dem, was mir wichtig ist“.
Und genau hier beginnt meine eigene Reise.