2 Tage in Kandy
Wilde Busfahrt nach Kandy
Knappe 2,5 Stunden Raserei (ohne Verluste zum Glück) vergehen, indische Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Zum Glück haben wir uns eine Offline-Karte gezogen und können per GPS verfolgen wo wir eigentlich sind. Die Straßenschilder kann man meist nicht entziffern und ja haben wir noch nicht durchschaut wie man rechtzeitig signalisiert, dass man aussteigen möchte. Der Bus hält in Bahnhofsnähe in Kandy. Wir steigen am Omnibusbahnhof aus, welcher einer großen Fläche nebeneinander haltender Busse gleicht. Wir wollen 2 Tage in Kandy bleiben, um uns diese quirlige Stadt anzuschauen, den Zahntempel zu begutachten und eine Schweizer Dame kennenzulernen, die vor Jahrzehnten hierher ausgewandert ist.
Unsere spontan gewählte Unterkunft liegt leider am anderen Ende der Stadt und so verhandeln wir mit einem TukTuk Fahrer einen fairen Preis für die Strecke. Nachdem wir uns etwas erfrischt haben gehen wir zu Fuß in die Innenstadt, wir spazieren durch das Einkaufsviertel und genießen einen Mango-Lassi. Die Häuser haben teils einen kolonialen Stil und auch so lassen sich Details englischen Einflusses bemerken. Es ist schön grün, die Straßen sind voll mit Verkehrsmitteln und kleine Kirchen sind zwischen Wohnhäuser gequetscht. Wir werden weniger angesprochen noch als in Dambulla, was wohl daran liegt, dass deutlich mehr internationale Gäste in dieser Stadt unterwegs sind. Wir essen abends Egg Hopper und Roti in einem kleinen Ecklokal, wobei wir über Hygiene einfach mal hinwegsehen müssen. Überall bleiben die Essenreste auf den Tischen und Fußböden liegen, gegessen wird sowieso mit den Händen aber es scheint alles niemanden zu stören und so geben wir uns große Mühe uns anzupassen und kehren erst im Dunklen wieder zurück zur Unterkunft.
In der Unterkunft bemerken wir, dass keine Halterung für ein Moskitonetz vorhanden ist. Somit bauen wir nachts noch kurzer Hand mit Draht und einem Kleiderbügel die perfekte Aufhängung und sind stolz auf unser Konstru
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Kandy, 13.03.2019, 28°C (528m ÜNN)
Gegen 10 Uhr stehen wir auf und frühstücken in unserer Unterkunft bevor zu unserer vorher organisierten Hütte laufen. Da wir einen Tag früher in Kandy angekommen sind als geplant hatten wir spontan umplanen müssen. Das Forest Glenn ist nur 300m die Straße rauf. Nach dem Abladen unseres Gepäcks ziehen wir am Reservat vorbei in die Stadt zum Zahntempel und begutachten stundenlang die gesamte Anlage mit ihren Gärten und Ausstellungen. Dieser Ort ist somit die heiligste Pilgerstätte auf Sri Lanka und gehört auch zum Unesco Welterbe. Hier soll in einer Schatulle der Eckzahn Buddhas liegen für welchen jährlich auch ein großes Fest organisiert wird rings um dieses buddhistischen Tempel. Wir erfahren viel über die Religion und Kultur und entscheiden danach noch am See zu flanieren.
Danach holen wir uns einen frischen Ananassaft (von diesen Fruchtsäften hier bekommen wir einfach nie genug) und laufen zum Forest Glenn zurück. Der Weg ist gesäumt von Affenfamilien, einige hüpfen auf dem Balkongeländer unserer Unterkunft herum. Wir duschen fix und schlüpfen in ein paar Kleidchen, da wir heute noch ein Date haben. Claire heißt die Schweizer Dame, welche vor mehr als 48 Jahren der Liebe wegen nach Sri Lanka ausgewandert ist und zufällig über ein paar Ecken mit meiner Freundin Bekanntschaft geschlossen hat.
Sie wohnt auf der anderen Seite des Sees und empfängt uns mit ihren 3 Hunden. Wir haben ihre Lieblingsschokolade mitgebracht und die Freude ist trotz der Deformierung durch Backpack und die Wärme riesig. Die Aussicht von ihrer Terrasse über die ganze Stadt ist grandios. Den ganzen Abend über erzählt sie uns verrückte Inselgeschichten (von Hausangestellten, Fremdgehen, Betrug innerhalb der Familie und wundervollen Stränden) und vom der Kultur. Wir kleben an ihren Lippen und lauschen all den Abenteuern. Sie wird bald ihren 80. Geburtstag feiern und will weiterhin hier auf der Insel bleiben. Sie fährt wie ein Rennfahrer uns zur unserer Unterkunft am späten Abend. Sie sagt selbst, ihr kann nichts passieren, sie ist bei den Einheimischen respektiert, integriert und nennt viele ihre Freunde. Bereits am nächsten Tag zieht es uns weiter und es wartet die wohl schönste Zugfahrt auf uns. Nächster Halt: Nuwara Eliya und die Horton Plains
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