Palacio del Pena Sintra
Europa,  Portugal

2 Wochen Rundreise Portugal – die schönsten Orte entdecken

Sommer an der Algarve

Der Flieger hebt 5 Uhr in Stuttgart ab und in Faro wartet schon kurze Zeit später der Mietwagen und ganz viel Sonne. Unser Ziel bei 2 Wochen Rundreise Portugal ist die besten Pastel de Nata zu finden sowie, die gegensätzliche Natur zwischen Küste und Gebirge zu erkunden. Auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft machen wir schon den ersten Strandstop in Galé, denn die Sehnsucht nach Füßen im Meer ist riesig. Ein erster Küstenspaziergang bei Albufeira folgt und wir erkunden die Praia da Coelha.

Portimao am nächsten Tag ist leider nicht so hübsch wie wir uns das nach all den Reiseführertexten vorgestellt ahben aber dennoch machen wir einen kurzen Stadtrundgang , schauen das Fortaleza an und entscheiden die vollen Strände Praia da Rocha und Praia Grande zu umgehen.

Die nächsten Tage verbringen wir damit entlang der Steilküste zu wandern, schattige Buchten zu suchen und uns in die Wellen zu stürzen. Direkt in der Nähe gibt es eine tolle Bucht, wie eine Art Höhle schon fast die je nach Wasserstand Platz für die wenigen Besucher bietet. Zudem entscheiden wir Sagrès und Lagos am späten Nachmittag zu erkunden.

Lagos ist bekannt für die Felsbrocken und Brücken im Meer und hab schöne Strände zu bieten. Wir bummeln durch den Ort und schauen uns Ponta da Piedade noch an. Entscheiden uns aber gegen eine der Kanutouren um noch bis Sonnenuntergang am Cabo de Sao Vincente anzukommen. In Sagrès ist fast alles geschlossen und wir entscheiden trotz des starken Windes das Fortaleza an der Steilküste anzuschauen. Ein schöner Leuchtturm, starke Mauern und eine kleine Ausstellung haben geöffnet und wir genießen die Ausblicke auf die stürmische See und die Buchten ringsherum.

Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir am Cabo de Sao Vincente an und wie erwaretet tummeln sich Himmel und Menschen hier und wir parken irgendwo entlang der langen Straße und reihen uns ein, nehmen Decken und Schal mit und suchen noch ein Fleckchen neben dem Leuchtturm. Die anderen Gäste sind gut ausgestattet mit großen Kameras, Campingstühlen, Wein und Picknickdecken. Tagsüber kann man hier die letzte Currywurst vor Amerika essen, jetzt ist es ganz still und sehr kalt durch den Wind. Gespannt warten alle auf den Moment indem die Sonne das Meer küsst und dann geht das Rennen zu den Autos auch schon wieder los und alles endet im Stau. Mit dem heutigen Tag haben wir aber auch Blutmond und einen fantastischen Sternenhimmel weshalb wir lange stehen bleiben und Sterne beobachten.


Wir entscheiden uns Albufeira und die rot-orange Steilküste am Praia da Falesia anzuschauen und hier unser Handtuch auszubreiten. Picknick am Strand ist hier heute kein Problem, da der Wind etwas nachgelassen hat. Im Ort selbst ist es sehr wuselig und voll. Es gibt eine Rolltreppe direkt am Strand um zu den höher gelegenen Häusern und Hotels zu gelangen. Ein kleines Festival mit Marktständen wird gerade aufgebaut, es gibt regionale Produkte und einen Chor, der schöne Musik verbreitet.

Weiteres Highlight an der Algarve wartet noch östlich von Faro im Ort Olhao. Nicht nur das der Ort schöne Gassen und tolle Architektur hat, die zum verweilen und bummeln einlädt. Sondern hier starten auch die Fähren zu den kleinen Sandstrandinseln. Wir haben Glück und müssen nicht zu lange warten um zur Ilha da Armando zu gelangen. Die Fähre ist etwas in die Jahre gekommen aber es schaukelt kein bisschen auf der Überfahrt. Dieses Fleckchen Erde bietet bis auf den Anleger und eine Eisdiele hauptsächlich eine kleine Häusersieldung die schnell durchlaufen ist. Hinter den Hütten kommen dann verschiedene Strandwege und Holzbrücken/-stege die an einen endlosen sehr breiten Sandstrand führen. Wer Schatten sucht ist hier leider nicht gut beraten. Unser Sonnenschirm hält den Windböen zum Glück stand. Und so genießen wir die Auszeit auf dieser schnuckeligen kleinen Insel bei 35°C.

Leider kündigt sich damit auch eine große Hitzewelle an und die ersten Brände sind sogar von der Algarve aus schon zu sehen. Hubschrauber kreisen und allmählich werden  Straßen gesperrt und wir überplanen unsere Route nach Lissabon.

Wir passieren nicht mehr die Westküste, lassen das Surfen ausfallen und nehmen den direkten Weg nach Lissabon. Wir können ein paar der bekannten Korkeichen sehen und hören gespannt Radio um noch offene Straßen und Wege zu finden. In Lissabon sind es bereits 40°C und der Ventilator kann schon gar nicht mehr zur Erholung beitragen.

Stippvisite in Lissabon bei 40°C

Wir stehen früh auf um noch vor der Hitze ein bisschen was erkunden zu können. Im Stadtteil Baixa finden wir ein schönes Kaffeehaus für ein leckeres Frühstück aus O-Saft, Müsli und Waffeln und sind gestärkt für unseren Stadtspaziergang nach Chiado. Wir besichtigen den Aussichtspunkt Santa Catalina und nehmen ab hier dann auch den Bus nach Belém. Es wird schon sehr heiß und die Suche nach großen Bäumen wir unser primäres Ziel, anstehen vor dem Kloster Mosteiro dos Jerónimos ist jetzt schon keine Option mehr. Wir holen uns noch ein Eis und entscheiden abzubrechen. Zwischendrin starten wir eine Tour mit der Electrico 28 (Straßenbahn), die der Klassiker ist und uns durch teils enge Gassen bringt. Somit haben wir zu Fuß und den öffentlichen Verkehrsmitteln ganz gut durch Baixa, Chiado, Alfama, Estrella und Graca bewegt und Highlights wie dem großen eisernen Fahrstuhl (Elevador de Santa Justa) gesehen. Vom Castello Sao Jorge hat man tolle Aussichten auf den Tejo und die umliegenden Viertel mit ihren vielen engen Gassen. Die großen Plätze wie am Praca do Comercio oder dem Rossio mit seinen schwarz-weißen Muster haben zum Verweilen (im Schatten) eingeladen.  Erst am Abend wagen wir uns vor die Tür im Stadtteil Alfama und entdecken kleine Restaurants für ein gemütliches Abendessen in einer Seitenstraße.

Eigentlich sollte Lissabon unsere Station für 3 Tage sein, doch aufgrund der Hitze und der nicht sehr gemütlichen Unterkunft (die zum Glück auch nicht mehr buchbar ist), entscheiden wir spontan nach Sintra weiterzufahren und spontan eine Bleibe in der Nähe zu finden.

Bunte Paläste & schöne Aussichten

Sintra ist eine Kleinstadt in den Bergen, auf welchen sich Paläste, Villen und ein antikes Schloss sich befinden. Von einer Wanderung sehen wir allerdings ab und fahren die Hügel mit dem Bus hinauf. Es gibt drei verschiedene Busrouten und wir überlegen am botanischen  Garten auszusteigen und im Schatten der großen Pinien und Nadelbäume alles weitere zu Fuß zu erkunden. Direkt am Eingang können wir ein Kombiticket für Garten und den Palast bekommen und maschieren los. Trotz 40°C lässt es sich hier gut aushalten und wir genießen die Ruhe um Grünen, besichtigen die wunderschönen Bauten und genießen die Aussicht vom Palácio Nacional da Pena. Das Castelo dos Mouros schließt leider kurz vor unserer Ankunft aber auch der Anblick und die dazugehörige Geschichte fasziniert und begeistert uns. Nach diesem erlebnisreichen Tag freuen wir uns auf unsere Unterkunft im Landhaus Quinta Verde – im Palmengarten wartet ein Pool auf uns mit Blick auf die heute erkundeten Bauwerke.

Coimbra ist der nächste Stopp auf unserem Roadtrip, doch bei 42°C wird es nur ein Zwischenstopp und keine weitere Übernachtung aber die schöne Altstadt oberhalb des Mondego wollen wir uns dennoch nicht entgehen lassen. Hoch oben trohnt die Universität mit ihren mächtigen Mauern auf dem ehemaligen Gelände eines Klosters. Bekannt ist hier vor allem die barocke Bibliothek und der Glockenturm. Aber auch rings herum laden schmale Gassen und der Platz vom die Kathedrale Sé Velha zum Verweilen im Schatten ein. Alles in allem ein schön interessanter Stopp aber es zieht uns weiter Richtung Norden um Abstand zu den Bränden zu gewinnen. An den Raststätten entlang der Autobahn stehen mittlerweile Wasserschläuche zum Runterkühlen der Auto zur Verfügung.

Die Stadt am Douro und das bergige Hinterland

Am Abend erreichen wir Porto im Norden Portugals. Die hübsche Studentenstadt am Douro lädt uns noch zu einem ersten Spaziergang bei milden Temperaturen ein. Den ersten Tag unseres Aufenthaltes fahren wir aber nochmal ins Hinterland Richtung Amarante um im Marao-Gebirge Schafen zu begegnen auf der Suche nach den Wasserfällen. Die Stadt Amarante besticht mit seiner Ponte de Sao Goncalo und dem dazugehörigen Kloster. Es ist Sonntag und die Straßen sind leer gefegt. Aufgrund der angenehmen Temperaturen hier spazieren wir gemütlich am Nebenfluss Tâmega entlang und erkunden das Städtchen bevor wir den Kehren zum Ziel folgen, die Aussichten zwischendrin waren wundervoll. Die Fisgas do Ermelo liegen sehr versteckt und sind nur über eine kleine Wanderung zu erreichen. Beliebt besonders bei den Einheimischen waren die Natursteinbecken schon gut mit Picknickdecken besetzt. Mit etwas Klettern kann man aber gut noch ruhige Plätzchen entlang des Wasserlaufes finden. Sogar das Rutschen von einem zum anderen Becken war mit etwas Mut auch kein Problem. Die Erfrischung tat so gut, dass wir doch mehrere Stunden hier verweilten und badeten. Im Parque Natural de Alvao ist der Fisgas do Ermelo wohl der größte Wasserfall und mehrere Wanderwege ziehen sich durch das Gelände, eigentlich ein Grund noch länger hier zu bleiben, doch wir müssen zurück nach Porto.


Die nächsten Tage verbringen wir mit dem obligatorischen Sightseeing in der Stadt rechts und links von Douro. Besuchen einen Weinkeller, fahren bis an den Atlantik und spazieren durch die schönen Gassen der Altstadt. Zwischen Ponte Dom Luis I, der Igreaja dos Clérigos und Palacio da Bolsa verlocken uns immer wieder Pastel de Nata zum Naschen und so lassen wir die letzten Tage unserer hier in Porto ganz gemütlich ausklingen. Die Anlage des Jardins do Palácio de Cristal ist herrlich wenig besucht und biete tolle Ausblicke und viele schattige Plätzchen zum Entspannen und für ein Picknick. Immer mal wieder laufen hier Hühner und auch ein Pfau durch die Anlage am Kristallpalast, der gerade leider eine Baustelle ist. Die vielen Treppen machen abends schnell müde aber dennoch liebe ich diese Städte, in denen man alles bequem zu Fuß erkunden kann. Denn so findet man die kleinen Lädchen, Cafés und Häuserecken, die den Charme der Stadt ausmachen. 

Portugal-Rundreise im Überblick

Unterkünfte

Aufgrund unserer Rundereise wurde zwischen vielen Orten gewechselt und je nach Aufenthaltsdauer das Bettchen gewählt. An der Algarve sind wir 7 Tage von einem Ort aus zu Tagestouren aufgebrochen und hatten daher ein kleines Hotel mit Frühstück gewählt. In Lissabon haben wir leider daneben gegriffen mit unserer Pension, dafür aber in Sintra ein wundervolles Landhaus mit Pool und Frühstück spontan gefunden. In Porto haben wir uns wieder für ein kleines Stadthotel mit Frühstück entschieden.

Generell findet man wunderschöne Airbnbs, Pensionen und kleinere Hotels wenn man weit im Voraus plant.

Beste Reisezeit

Wir waren mitten im August hier unterwegs und hatten so schönes Wetter. Leider erwischten wir eine Hitzewelle, so dass es tatsächlich stellenweise zu heiß wurde (Lissabon 43°C!). Das Wetter war anstrengend und beschränkte unsere Aktivitäten auf früh Morgens oder späten Nachmittag. Wir mussten oft den Mietwagen an den Raststätten mit Wasser abspritzen (die Portugiesen sind gut vorbereitet) um die Öltemperatur zu senken. Waldbrände beeinflussten zudem unsere Route zeitweise.

Wer nicht unbedingt baden möchte kann auch im Februar/März schon eine tolle Zeit hier verbringen. Dabei aber beachten, dass in der Nebensaison viele Läden und Unterkünfte noch geschlossen haben.

Anreise & unterwegs in Portugal

Mit dem Flugzeug kann man Faro (Algarve) mehrfach die Woche gut erreichen und direkt am Flughafen auch einen Mietwagen in Empfang nehmen. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, sollte man sich der Maut bewusst sein, die meistens am Ende der Reise automatisch verrechnet wird mit dem Vermieter. Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen mitzuschreiben wann man eine Mautstation passiert hat um nicht unnötig mehr bezahlen zu müssen.

Da Zug-und Busverbindungen zwar vorhanden sind aber nicht unbedingt regelmäßig bedient werden, kann ich für eine selbstzusammengestellte Rundreise zwingend ein Auto empfehlen. Viele kleine Orte und schöne Buchten haben wir durch Zufall entdeckt und so in unserem eigenen Rhythmus dieses schöne Land erkunden können.

Parkplätze sollte man bei den Unterküften bestenfalls dabei haben, da sonst vor allem die Suche in den Städten endlos sein kann (unsere Erfahrung: 1Std Parkplatzsuche in Lissabon).

Verpflegung

Entsprechend der Unterkünfte haben wir geschaut immer Frühstück schon inkludiert zu haben. Man findet sehr viele Supermärkte, Cafés und Bäckereien im ganzen Land immer entlang der Hauptstraßen und kann sich sehr gut selbstverpflegen. Einheimische Küche ist vor allem in den touristisch geprägten Orten nicht so einfach zu finden. Wir haben Einheimische und Unterkunftsbesitzer gefragt um mehr in die portugisische Küche einzutauchen.

Unsere Lieblingsleckerei: Pastel de Nata!

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