Ostseebäder Sellin & Binz
Die Hochuferwege zwischen den Ostseebädern
Jeder kennt Sellin. Selbst wenn er noch nicht selbst vor Ort war bin ich mir sicher, dass ein jeder diese Seebrücke mit ihrem kleinen Schlösschen kennt. Doch hat dieses Seebad noch andere Highlights, wie ich nach Jahren der Rückkehr feststellen konnte.
Es ist Pfingsten und die Straßen sind voller Touristen trotz jeglicher Beschränkungen tobt hier das Leben. Bei Sonnenschein zieht es die Menschen ans Meer und ich kann es nur allzu gut nachvollziehen. Kurz nach der Ankunft in Sellin werden die Flipflops ausgepackt, Hose hochgekrempelt und die Füße in die Ostsee (15°C Wassertemperatur) gesteckt. Das Wellenrauschen, das Möwengeschrei, einfach alles passt und die sofortige Entspannung setzt ein. Aus einem „Ich schau mal kurz zum Wasser“, wird ein Strandspaziergang entlang der Steilküste zum Südstrand. Auf meinem Weg passiere ich die schöne Skulptur Kaysa und kann einen ersten Blick auf den Nachbarort Baabe werfen. Im gemütlichen Tempo kann man dieses Seebad auch bequem zu Fuß erreichen und zum Beispiel am Selliner See zurück spazieren. Mit ein wenig Glück fährt dann der Rasende Roland – eine alte Dampflok – an einem vorbei und pfeift fröhlich vor sich hin. Diese Bahnverbindung geht von Lauterbach Mole bis hin nach Göhren und ist nicht nur für Bahnfans und Nostalgiker etwas. Acht verschiedene Dampfloks bedienen die Strecke und meist verraten die schwarz aufsteigenden Rauchwolken schon aus der Ferne die Bahn.
Es reicht der wilde Mischwald bis zu den Dünen. Wo keine Düne ist, ist eine Steilküste zu vermuten. Natur bis zur Wasserkante ist das was ich an der Ostsee so liebe. Das Wellenrauschen fest im Ohr geht es den nächsten Tag über den Hochuferweg von der Selliner Seebrücke bis zum benachbarten Ostseebad Binz. Über die Treppen geht es hinauf auf den Pfad im Wald. Der schier endlos wirkende Buchenwald wird von warmen Sonnenstrahlen durchleuchtet und bietet immer wieder fantastische Aussichten auf die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund. Die Ausschilderung ist super und so kommen wir nach 2,2km an eine Gabelung und überlegen hier bei Waldhalle nun zum Schwarzen See zu gehen oder doch bis Binz durchzuziehen. Beschwingt entscheiden wir uns für den Weg ins Ostseebad der sandiger und steiler wird mit jedem Meter. Mutige Radfahrer kommen uns entgegen auf den schmalen Pfaden und kämpfen inständig mit den sandigen Stufen. Die Teufelsschlucht wird ausgeschildert und immer wieder überlegen wir ob eines der vielen Täler bereits die Schlucht gewesen sein könnte. Erst kurz vor Binz wird angezeigt, dass der lange Hohlweg zum Strand dann die besagte Teufelsschlucht ist und schon haben wir auch einen tollen Ausblick auf die Binzer Bucht und den Wald um Prora. Am Ende der Teuffelsschlucht ist es sehr steinig und der Wald ragt fast bis in die See. Es ist der Beginn des Hundestrandes, was perfekt für unseren Vierbeiner ist.





Binz hat Humor
Binz als Ostseebad steht für schicke Villen und herrschaftliche Häuser direkt am Meer. Weiß leuchten die großen Bauten in stilvoller Bäderarchitektur. Ein Villen-Rundgang ist direkt ausgeschildert und auch so wirkt Binz feiner und eleganter als das bodenständige Sellin (das auch schöne Häuser und Bäderarchitektur hat). Das Seebad lebt und so genießen die Menschen das Bad in der kalten Ostsee, das Stück Kuchen im Café oder die Rundfahrt mit der kleinen Bimmelbahn.
Die Hinweise zu bestehenden Richtlinien und Verhaltensweisen wurde perfekt ins Stadtmarketing integriert und so kann man nur schmunzeln und die Auszeit hier genießen trotz aller Corona Umstände. Mit einer gewissen Portion Vernunft und Einhaltung der vorgegebenen Regeln lässt sich auch in diesen Zeiten ein herrlich entspannter Urlaub auf Rügen verbringen.


Strandtag in Prora
Direkt anschließend an das Ostseebad Binz gelangt man egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder Auto in kurzer Zeit zu den riesigen Wohnblöcken von Prora.
Was früher als KdF Seebadkomplex gedacht war, ist heute Zuhause für eine Jugendherberge, Hotels, Eigentumswohnungen, ein Museum und vielen mehr. Auf 2,5 km Länge sind die reisigen Wohnblöcke größtenteils restauriert und saniert worden und strahlen in neuem Glanz. Wer nicht weiß wo Prora ist wird es auch nicht zwingend finden, denn weder vom Meer noch von der B96 aus kann man die Bauten erkennen. Gut eingehüllt von großen dicht stehenden Kiefern befinden sich zudem viele Parkplätze, um auch Tagesbesuchern hier den Strandaufenthalt zu ermöglichen. In einer langen Bucht finden hier allen am feinen Sandstrand ein Plätzchen lediglich Sanitäranlagen und Schattenplätze sind hier schwierig zu finden.
Ein weiterer toller langer Sandstrand ist bei Glowe zu finden. Lies hier für Details.



- Festes Schuhwerk empfohlen auf den Hochuferwegen
- Hunde müssen im Nationalpark an die Leine
- Keine Toiletten am Hochuferweg
- Parkplatzgebühr Prora ca. 1€/Std.


