Radtour Usedeom
Insel Usedom,  Inselwelten

Radfahren auf Usedom

Da wir selbst keine Fahrräder mit an die Ostsee nehmen konnten, hatten wir bereits im Voraus welche reserviert und konnten diese unverzüglich in Besitz nehmen. Die Radwege innerorts als auch in die umliegenden Orte sind gut ausgeschildert und so macht es doch am meisten Spaß bequem die Umgebung zu erkunden oder einfach an den Strand zu fahren.

Seit meiner Kindheit verbringe ich die Sommer hier oben und kenne es gar nicht anders als mit Sach und Pack auf dem Rad zu sitzen und die etwas entlegeneren Strände zu besuchen. Somit wollte ich nun auch meinem Partner meine Vorliebe – Radfahren auf Usedom – näherbringen, der zum allerersten Mal überhaupt Mecklenburg-Vorpommern und die Ostsee zu Gesicht bekommen hat.

Hochmotiviert beschließen wir beim Frühstück von Zinnowitz in Richtung Ahlbeck aufzubrechen. Die knapp 27km lange Strecke ist gut markiert und führt fast immer parallel der Ostseeküste durch den schattigen Wald. Die befestigten Wege sind gut mit den einfachen Rädern zu bewältigen und prinzipiell sind wir überzeugt es wird schon immer flach geradeaus gehen.

1. Etappe Zinnowitz – Zempin – Koserow

Nach dem kleinen Ort Zempin (ca. 900 Einwohner) gelangen wir nach Koserow. Hier passiert man die schmalste Stellte der Insel mit gerade mal 100m Breite. Nach einem kurzen Stück parallel zur Bundesstraße erreicht man Koserow wo gerade die neue Seebrücke in Bau ist und große Schwimmkräne die Pfosten ins Meer rammen. Die ersten Leute machen es sich am Strand gemütlich, der Fischverkauf ist geöffnet. Für einen Moment schieben wir unsere Räder direkt an der Promenade entlang, genießen die Aussicht und lesen ein wenig über die Sage der versunkenen Stadt Vineta. Kurz darauf passieren wir den Stecklenberg, der hier die höchste Erhebung an der Küste ist.

Im weiteren Radverlauf erreichen wir Kölpinsee. Der Radweg wird durch eine Treppe unterbrochen, welche man über einen ausgeschilderten Weg umfahren kann oder gemütlich in Spurrinnen absteigt und schiebt. Der kleine Ort sieht neu angelegt und hergerichtet aus mit kleinen Hütten, Cafés und einladender Promenade zwischen See und Dünen. Bis hin nach Ückeritz verschwindet der Radweg wieder im Wald und lauert mit Überraschungen, die wir so nicht erwartet hätten. Nahe des Campingplatzes tauchen Schilder mit „Bitte absteigen – Gefälle“ auf. Soweit so gut, wäre da nicht dann auch der Hinweis „Steigung 16%“ einige Meter weiter. So kann man auf entlang der Ostseeküste auf seine Höhenmeter kommen und ordentlich in die Pedale treten. Am Ende der Berg und Tal Tour kommen wir in Ückeritz am Strand heraus. Auch hier tolle rote Blockhäuser am Strand, angelegt als kleine Promenade rings um die Konzertmuschel. Da der Radweg in die Fußgängerzone mündet, muss hier ein paar Meter geschoben werden, bevor man an einer kleinen Bücherhütte noch was zum Schmöckern für den Strandaufenthalt findet. In diesem Moment beginnt dann auch schon das riesige Campinggelände (Naturcampingplatz). Wunderschön im Wald liegen die Stellplätze für Wohnmobile und Zelte. Herrlich idyllisch geht hier der Weg zwischen Campingplatz und Dünen entlang, immer wieder kann man das Wellenrauschen hören und einen Blick auf das Meer erhaschen.


2. Etappe Kaiserbäder Bansin – Heringsdorf – Ahlbeck

Nach knapp 4km geht der Radweg wieder in ein Waldstück mit mehreren sandigen Kurven und kleinen Erhebungen. Spätestens seit Ückeritz ist die Radstrecke gut besucht, sind doch die Kaiserbäder auch nicht mehr fern. Und diesbezüglich hält Bansin, was es verspricht – tolle alte große Villen und Stadthäuser teils mit Bäderarchitektur verschönert. Gepflegte Vorgärten und hübsch bepflanzte Promenade. Wir folgen dem Radweg und kommen genau an der Seebrücke Bansins an. Ein Blick auf den Ort von der Seebrücke aus lassen wir uns nicht nehmen und genießen unsere erste richtige Pause. Möwen kreischen, Kinder baden, Leute flanieren entlang der schönen Bauten. Wir können über das Wasser schon die Seebrücke in Heringsdorf sehen, die polnische Küste ist auch in Reichweite.

Die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck sind wie Perlen auf einer Kette aneinander gereiht und sehr einfach zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Immer parallel zu den Strandaufgängen verläuft ein meist schattiger breiter Weg (die Promenade) zwischen allen drei Orten. Tolle Häuser aus vergangener und teils auch moderne Bauten lassen sich hier begutachten. Alles fügt sich in die Landschaft aus Kiefern und Sandboden und so muss man schon aufpassen die Spaziergänger nicht über den Haufen zu fahren, wenn sie wieder ihre Blicke schweifen lassen. 

Ansicht Bansin Insel Usedom

Es ist Hochsaison und die Kaiserbäder sind rappelvoll, irgendwie vermissen wir schon die Idylle und Ruhe auch Koserow und Ückeritz, entscheiden uns aber dennoch auch in Heringsdorf die Räder kurz anzuschließen und die Seebrücke zu erobern. Durch die alten hohen Bauten direkt am Meer versprüht Heringsdorf nicht den Charme der anderen beiden Seebäder. Im Ort weiter abseits gibt es auch eine schöne Strandstraße und alles um die Konzertmuschel und Kurhause ist schön neu angelegt worden.

Der Radweg führt unterhalb der Seebrücke durch und in wenigen Minuten hat man dann direkt auch schon Ahlbeck erreicht. Ähnlich wie in Bansin besticht hier die tolle Architektur, alte hübsch restaurierte Strandvillen und viele Häuser mit der typischen Bäderarchitektur. Die meisten stammen aus dem 19. Jahrhundert als die Bahnverbindung von/nach Berlin in Betrieb genommen wurde. Wir machen eine kleine Spazierrunde durch den Ort und fühlen uns direkt wohl. Die Häuser sind maximal 2-3 stöckig, ruhige kleine Straßen – der Trubel von Heringsdorf ist hier nicht zu finden.  Wir gönnen uns ein Eis und überlegen schon ins Wasser zu hüpfen bis wir sehen, dass Polen ganz nah ist.

Noch haben wir die Energie und strampeln die sehr gut ausgebauten Weg bis zur Grenze, schauen uns das ausgebaute Grenzareal an und lesen ein bisschen an den Infotafeln. Der Radweg hier wurde erst 2011 saniert und lässt sich super befahren. Ohne Ausweiskontrolle kann man die restlichen 3km noch nach Swinemünde radeln, dies unterlassen wir aufgrund der aktuellen Lage.

Nachdem wir nun alle Orte entlang der Küstenlinien Usedoms erfahren haben überlegen wir, was nun der wohl schönste Ort für einen Badestopp ist. Gegen 17Uhr erreichen wir dann wieder Ückeritz und stürzen uns in die Wellen. Es sind nur nicht mehr viele Leute am Strand und wir genießen die Auszeit bevor es dann wieder auf und ab bis nach Zinnowitz geht.

Wer gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist sollte sich diese Tour oder einzelne Abschnitte davon nicht entgehen lassen!

  • Radverleih: 3-Gang Rad ab 5€/ Tag mit Korb und Schloss – Ebikes ab 25€/ Tag
  • Fahrradwege sind super ausgeschildert und zumeist befestigte Wege
  • Strandzugänge auf unserer Tour alle paar 100 m

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