Outback Abenteuer – Roadtrip von Alice Springs zum Uluru und Kings Canyon
Nach unseren ersten Tagen in Sydney und dem entspannten Leben zwischen Stränden, Küstenwanderungen und Surfspots beginnt nun ein völlig anderer Teil unserer Reise. Wer unsere Zeit in der Stadt noch nicht gelesen hat, findet hier den Bericht über Sydney.
Aufbruch ins australische Outback – Regen, rote Erde und endlose Weite
Der Regen prasselt so laut auf das Blechdach, dass wir kaum ein Auge zubekommen. In den letzten Wochen hat es rund um Alice Springs ungewöhnlich viel geregnet, und selbst über Nacht füllen sich die sonst trockenen Flussbetten wieder erstaunlich schnell. Einige Nebenstraßen stehen unter Wasser – ein Anblick, den man im sonst so trockenen australischen Outback nicht unbedingt erwartet. Wir haben uns für eine organisierte Wander- und Zelttour mit Adventure Tours entschieden und haben mit Asha eine fantastische Guide.
Im 4×4 Truck starten wir dennoch mit dem Sonnenaufgang Richtung Stuart Highway. Vor uns liegen etwa vier Stunden Fahrt bis zum Ausgangspunkt unserer Tour. Das Satellitentelefon haben wir sicherheitshalber dabei – denn die Netzabdeckung ist hier im Outback ungefähr so zuverlässig wie bei uns zuhause auf dem Land.
Je weiter wir fahren, desto mehr verändert sich die Landschaft. Wunderschöne Natur, soweit das Auge reicht: saftig grüne Büsche, gelb blühende Bäume und hohe Gräser, die sich im Wind und Regen wiegen. Ganz anders als das trockene Bild, das wir vorher vom Outback im Kopf hatten. Die endlose Steppe weicht immer wieder Weideflächen, Flussläufen und weiten Hochplateaus. Plötzlich tauchen aus dem Nichts einzelne Felsen auf. Dazwischen leuchtet immer wieder die typisch orangefarbene Erde, für die Zentralaustralien so bekannt ist.
Was viele nicht wissen: Das australische Outback macht rund 70 % der gesamten Landfläche Australiens aus. Trotzdem leben hier nur ein Bruchteil der Bevölkerung. Genau diese Weite macht die Region so faszinierend – und gleichzeitig so ursprünglich. Und es bleibt nicht die einzige Überraschung auf diesem Trip.
Übernachten im Swag – eine Nacht unter dem Sternenhimmel am Uluru
Unser Camp liegt in der Nähe des Uluru. Geschlafen wird heute in sogenannten Swags – typisch australischen Outdoor-Schlafsäcken, die vor allem von Farmern und Truckern im Outback genutzt werden. Laut Google-Recherche ein „Einmannzelt“. In der Realität eher eine Matratze in einem robusten Canvas-Sack. Damit wird mir schnell klar: Heute schlafe ich zum ersten Mal komplett unter freiem Himmel und das auch noch mittem im Outback. Und die Belohnung könnte kaum besser sein. Zwei Sternschnuppen ziehen über uns hinweg und über dem Outback spannt sich ein Sternenhimmel, wie man ihn in Europa kaum noch sieht – inklusive einer klar sichtbaren Milchstraße.
Sonnenaufgang & Wanderung auf dem Base Walk
An Tag 2 klingelt um 4:30 Uhr klingelt der Wecker. Noch vor Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zum Base Walk rund um den Uluru.
Der Uluru – früher auch als Ayers Rock bekannt – ist einer der bekanntesten Monolithen der Welt. Der Sandsteinfelsen ragt etwa 348 Meter über die umliegende Ebene hinaus und gehört zum UNESCO-Welterbe des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks. Schon mit den ersten Sonnenstrahlen beginnen sich die Farben des Felsens zu verändern. Von dunklem Braun über tiefes Rot bis hin zu leuchtendem Orange – je nach Licht wirkt der Uluru fast wie ein lebendiges Naturkunstwerk.
Mit jedem Schritt eröffnen sich neue Perspektiven. Höhlen, kleine Wasserlöcher, tiefe Kerbungen und die teilweise erstaunlich glatte Oberfläche faszinieren uns den gesamten Weg entlang. Während der Wanderung erfahren wir auch mehr über die Kultur der Anangu, der traditionellen Eigentümer dieses Landes. Viele Orte rund um den Uluru sind für sie heilig und eng mit ihren Traumzeit-Geschichten verbunden. Gleichzeitig wird einem dabei auch bewusst, wie stark die indigene Bevölkerung Australiens über lange Zeit unterdrückt und benachteiligt wurde. Der Uluru ist also nicht nur ein beeindruckendes Naturwunder – sondern auch ein Ort mit großer kultureller Bedeutung, der nachdenklich stimmt.
Stürmische Nacht im Camp
Am Nachmittag fahren wir mehrere Stunden weiter Richtung Kings Canyon, wo wir unser nächstes Camp aufschlagen. Es liegt noch abgeschiedener als unser Camp zuvor inmitten einer Graslandschaft im Nirgendwo.
Die Nacht entwickelt sich dann auch etwas abenteuerlicher als geplant. Stürmische Böen und Regen machen das Schlafen im Freien schnell ziemlich ungemütlich. Schließlich geben wir auf und ziehen in einen kleinen Shelter um. Während draußen der Wind über das Camp pfeift, fragen wir uns kurz, wie viel Abenteuer wir eigentlich verdient haben. Schließlich wurden wir vorher schon mehrfach vor den hiesigen Schlangen gewarnt – und teilen uns die Duschen hier draußen ohnehin schon mit diversen Käfern und Spinnen, die weit größer sind als alles was ich vorher je gesehen habe. Outback-Abenteuer pur und getreu dem Motto „Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter“, schlafen wir ziemlich fertig ein paar Stunden.
Wanderung durch den Kings Canyon
Auch am nächsten Morgen (Tag 3) starten wir wieder mit dem Sonnenaufgang. Schon aus der Ferne taucht der Kings Canyon plötzlich aus der flachen Umgebung auf. Die ersten rund 500 steilen Felsstufen geben direkt einen Eindruck von den Dimensionen dieses Canyons. Unser Ziel ist der berühmte Kings Canyon Rim Walk, einer der spektakulärsten Wanderwege im australischen Northern Territory. Der Canyon gehört zum Watarrka Nationalpark und seine Sandsteinwände sind teilweise über 100 Meter hoch. Der ursprünglich helle Sandstein ist durch den feinen Wüstensand rötlich-orange gefärbt, wodurch die Gesteinsschichten besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Unterwegs sehen wir zwei Rock-Wallabys, hören in der Ferne den Ruf eines Dingos und genießen die Aussicht über den Canyon aus allen Perspektiven.
Ein echtes Highlight ist der Garden of Eden – eine kleine grüne Oase mitten im Canyon. Palmen und ein Wasserbecken bilden hier einen überraschenden Kontrast zur trockenen Umgebung und bieten den perfekten Ort für eine kurze Frühstückspause. Nach etwa vier Stunden Wanderung kehren wir ins Camp zurück, packen unsere Sachen und machen uns langsam wieder auf den Weg zurück Richtung Zivilisation.
Begegnung mit den Giganten des Outbacks – Roadtrains auf dem Stuart Highway
Während wir über den Stuart Highway rollen, begegnen uns immer wieder echte Giganten der Straße: sogenannte Roadtrains. Diese riesigen Lastwagen sind typisch für das australische Outback und transportieren Waren über enorme Distanzen zwischen abgelegenen Farmen, Minen und Städten.E in Roadtrain besteht aus einer Zugmaschine und mehreren Anhängern – manchmal drei oder sogar vier. Zusammen können sie bis zu 50 Meter lang sein und wirken auf der einsamen Straße fast surreal, wenn sie mit tiefem Dröhnen auf uns zukommen.
Gerade im Outback sind diese rollenden Monster lebenswichtig: Sie versorgen die abgelegenen Regionen mit Lebensmitteln, Treibstoff und Baumaterialien. Ohne Roadtrains wäre das Leben in vielen Teilen Zentralaustraliens kaum möglich.
Zurück in die Zivilisation
Staubige Straßen, rote Erde, wilde Landschaften und ein Sternenhimmel, den man so schnell nicht wieder vergisst – das Outback hat uns definitiv überrascht. Und eines steht fest: So mutig wie auf diesem Trip waren wir lange nicht. Wir verbringen eine weitere Nacht im verregneten Alice Springs, schauen uns den kleinen botanischen Garten an und genießen die erste Dusche ohne Käfer und Spinnen sehr.
Tipps für deinen Trip ins Outback
- einen "Tropenhut" und ein Kopfnetz zur Abwehr der vielen Fliegen und Käfer, sowie eine Stirnlampe sollten unbedingt mit ins Gepäck
- wer Zeit sparen mag, kann anstatt Alice Springs auch direkt Yulara anfliegen
Das könnte dich ebenfalls interessieren
Australien Ostküste Route: 8 Wochen Roadtrip mit Highlights von Adelaide bis Great Barrier Reef
9. April 2026Gold Coast: Roadtrip, Byron Bay & Unterwasserparadies erleben
28. März 2026