Mitternachtssonne auf den Lofoten
Endlich Sommer – es wird wieder Zeit den Backpack zu packen und raus in die Natur zu gehen, Berge erklimmen und unter der Mitternachtssonne auf den Lofoten zu campen. Dieses Phänomen nachts noch volle Helligkeit zu haben und zu sehen wie Natur und Mensch oberhalb des Polarkreises ihren Lebensrhythmus anpassen fasziniert mich seit meiner ersten Reise mit Hurtigruten nach Nordnorwegen.
28.07
Da ich aktuell in Dänemark lebe geht unser Flug über Oslo nach Bodø, wobei im Landeanflug bereits schneebedeckte Gipfel und schroffe Küstenabschnitte zu sehen sind. Unsere erste Station nahe des Saltstraumens ist eine kleine beschauliche Stadt mit modernen Gebäuden am Hafen und zweckmäßig, eher eintönigen Gebäuden ringsherum. Nach der Landung erreichen wir in wenigen Gehminuten, da der Flughafen praktisch direkt an die erste Wohnsiedlung angrenzt. Unsere kleine Unterkunft befindet sich in einem stilechten Holzhaus. Wir werden sehr freundlich empfangen und nach kurzer Pause drehen wir eine Runde durch den Ort , genießen die Sonne , klettern auf den ersten Hügel und kaufen noch etwas für unser Abendessen. 23 Uhr und immer noch steht die Sonne hoch am Himmel – willkommen Mitternachtssonne! Die Rucksäcke werden nochmal neu optimiert gepackt damit wir Zelt und Kocher nicht unnötig am nächsten Tag schleppen müssen. Dann heißt es ab ins Bett, denn früh wollen wir weiter zu unserem eigentlichen Ziel: die Inselgruppe der Lofoten.
29.07
6.15 Uhr , der Wecker klingelt und wir müssen unsere Fähre nach Moskenes erreichen. Drei Stunden dauert die Überfahrt auf die Lofoten, Zeit genug zum Frühstücken, schlummern und bestaunen der Lofotenwand, welche immer mächtiger wird je mehr wir uns nähern. In Moskenes bekomme ich einen Anruf von der Autovermietung, welche ich vorab schon reserviert hatte. Wir werden informiert, dass keiner vor Ort sein kann zur Übergabe aber der Schlüssel im Auto stecke und wir los können wann immer uns danach ist. Verdutzt schauen wir uns an, holen unseren Nissan, der wir ein Traktor klingt, und düsen zuerst einmal nach Å. Dies ist der letzte Ort an der E10 und sehr beschauliches Fischerdorf. Hier können Fischfang und Verarbeitung beobachtet und leckere Zimtboller auf einer traditionellen Backstube vernascht werden. Bei einem gemütlich Spaziergang sind wir fix durch den Ort, haben das erste Mal die Füße im Wasser und genießen diese Natur. Wir haben in der Sonne 25Grad und kaufen noch Wasser und eine Gaskartusche bevor es zu unserem ersten Etappenziel Fredvang und die Kvalvika geht. Leider sind am ausgewiesenen Parkplatz keine Lücken mehr, sodass wir unsere Wanderung in die Bucht vertagen und nach Ytresand fahren. Eine wunderschöne weite Sandstrandbucht mit Campingplatz ist unsere Bleibe für heute. Nachdem Aufbau von Zelt erkunden wir noch die Umgebung zu Fuß, laufen barfuß im Sand, werfen Steine ins Wasser. Die Idylle und friedvolle Abendstimmung bei einer nicht untergehenden Sonne fasziniert uns. Wir kochen unsere Nudelsuppe und probieren trotz Sonnenschein irgendwie zu schlafen.
30.07
In der Nacht fängt es an mit Regnen und die tiefhängenden Wolken versperren jegliche Sicht auf die massiven Felsen rings um uns herum. Trotzdem entscheiden wir uns aufzubrechen zum Wanderweg in die Kvalvika (Walbucht). Über Treppen, Steine und matschige Hänge geht es zwischen zwei mächtigen Bergen hindurch über einen schmalen Pass. Hier hängen wir inmitten der Wolken und sehen erst auf Hälfte des Abstiegs endlich die wunderschöne verlassene Bucht , in welcher Schafe frei umher laufen und einige Zelte von Wildcampern stehen. Beeindruckt von der Natur halten wir einen Moment inne. Wir laufen entlang der einen Felsseite und entdecken eine Schaukel zwischen große Felssteine gebaut, also erstmal schaukeln und Fotos machen. Ein paar Leute kriechen aus ihren Zelten als wir die Bucht inspizieren. Ich atme tief die salzige Luft ein, schließe die Augen und lausche dem Wellenrauschen. Feiner unberührter Sand mit Muscheln und Schafen, wie im Bilderbuch geschrieben. Wir verweilen ein Wenig und tanken Kraft. Der Rückweg ist schnell gemacht und weiter zieht es uns nach Ramberg und Nusfjord. Die kurvenreiche E10 schlängelt sich entlang türkisen Fjorden und kleinen Ansammlungen von Holzhäusern. Myrland wird uns zwischenzeitlich empfohlen, liegt an Ende einer abenteuerlichen Schotterstraße, welche uns gefühlt ans Ende der Welt bringt , denn immer noch hängen die Wolken tief. Wir steigen aus, erkunden dieses selbst ernannte Lands end und beschließen es wird Zeit eine Unterkunft für die Nacht zu finden. In Leknes finden wir in der Touristeninformation eine Nummer für Camping Hütten. Nach einem kurzen Telefonat haben wir eine Hütte sicher, denn bei dem anhaltenden Regen wollen wir nicht nochmal das Zelt aufschlagen. Toll gelegen an einem See auf dem Weg nach Stamsund liegt unsere heutige Unterkunft. Die versprochene kleine Hütte könnte locker 6 Leute beherbergen, hat eine Küche und einen Kamin. Das Waschhaus ist um die Ecke. Wir sind mehr als glücklich mit dieser urigen Holzhütte, bauen unser Zelt im Wohnzimmer zum Trocknen auf und duschen heiß. Nach so einem durchwachsenen Tag tut das mehr als gut. Mit Kartenspielen und einem guten Buch vergeht der Abend wie im Flug.








31.07
Nachdem wir schon befürchteten einen Gummistiefelurlaub machen zu müssen, reißt der Himmel auf, die Sonne lacht und wir können eine neue Wanderung angehen. Auf unserem Programm steht der Offersoykammen sowie die Buchten dahinter. Wir geben die Hüttenschlüssel ab und packen unsere Rucksäcke in den Wagen. Nach kurzer Fahrt machen wir einen Parkplatz für Wanderer ausfindig und starten mit leichtem Gepäck unsere Tour auf den Gipfel des Offersoykammen. Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht gigantischer, wir freuen uns so sehr, dass wir immer schneller laufen und gegenseitig neue Entdeckungen in der Ferne zeigen und das breite Grinsen einfach nicht aus unseren Gesichtern verschwindet. Wahnsinn – unsere Reisepläne sind nun Realität, wir drücken uns, setzen uns an der Bergkante und genießen gefühlte Stunden die Aussicht. So viele Blau und Grün Töne eröffnen sich und unsere nächsten Ziele liegen uns zu Füßen.
Nach dem Abstieg wissen wir Haukland muss bei diesem guten Wetter unbedingt heute noch besucht werden. Wir fahren durch Tunnel und gewundene Straßen, steigen immer mal wieder aus um die Aussicht zu genießen. Vik, Hauklandstranda und nach einer weiteren Tour auch Uttakleiv können wir bestaunen. Diese wunderschönen Buchten umzingelt von schroffen Felsen zeigen die typische Lofoten Landschaft. Herrliche Sandstrände und wundervolles Bergpanorama und dann alles auf einem Fleck oberhalb des Polarkreises.
Gegen Abend realisieren wir, dass noch ein Campingplatz benötigt wird. Wir wollen zelten da auch das Wetter heute auf unserer Seite scheint. Im Lofoten Tourist Center finden wir eine gute Adresse und schlagen unser Zelt auf. Unsere Nachbarn sind zwei Jungs aus Deutschland mit ihrem VW Bus. Wir tauschen uns über unsere Highlights und weitere Reisepläne auf den Lofoten aus.


01.08 & 02.08
Von der Sonne geweckt, frühstücken wir vor unserem Zelt. Dann trocknen wir alles und verräumen unser Gepäck in unseren Mietwagen. Es steht Henningsvær und Kåbelvag auf der Tagesordnung, somit verlassen wir Vestagoy und verbleiben auf Austvagoya. Henningsvær ist auf viele kleine Felsinseln verteilt und wir laufen über viele Brücken und stege um diesen Ort zu erkunden. Begeistert kommen wir an einem leuchtend grünen Fußballfeld neben Leuchtturm und Felsen an. Ein Wunder, dass man hier so etwas gebaut hat wo doch nur wenig Leute hier leben. Wir umrunden die Insel weiter Richtung Kåbelvag, die Aussichten zwischendrin begeistern uns wieder sehr. Wir bummeln ein bisschen durch diesen Ort als Starkregen einsetzt flüchten wir schnell ins Auto zurück und setzen die Tour nach Svolvaer fort. Hier suchen wir schnell einen Supermarkt auf und telefonieren mit einem Campingplatz, welcher auch Hütten vermietet. Die Wolken versprechen wieder eine nasse Nacht sodass wir lieber auf Nummer sicher gehen wollen.
Siltpollnes Camping bietet uns ein Doppelzimmer auf Halbinsel mit eigener Küche, doch leider immer noch grau in grau und nebelig am nächsten Morgen. Wir beschließen auf jeden Fall noch eine weitere Nacht hier zu bleiben, denn mittlerweile sind auch die Temperaturen gesunken und bei 10°C und Regen wollen wir einfach gesund bleiben. Um Austavagoya zu erkungen fahren wir die E10 bis Fiskebøl und Laukvik. Halten in großen Abständen immer wieder an, gehen spazieren und genießen die eingeschränkte aber dennoch schöne Aussicht. Kaum Leute sind unterwegs und es fühlt sich so an als wären die Lofoten allein unsere. Gute Musik hält die Laune hoch und als der Regen stoppt wagen wir einen Spaziergang durch Svolvaer und beschließen mutig die Wanderung zur Svolvaergeita. Allerdings brechen wir hier relativ früh ab da der Regen uns eingeholt hat und die Wege zu steil, rutschig und matschig sind. Wir machen Wraps zum Abendessen und schauen Star wars als Ablenkung, denn die Laune beim Gedanken an den nicht aufhörenden Regen ist schlimm.


03.08
Gemütliches Frühstücken lassen wir uns nicht nehmen. Dann packen wir unsere paar Sachen und ab nach Gimsøya, die letzte Insel der Lofoten welche wir besuchen wollen. In Hov haben wir am Golfplatz geparkt und die Wanderung auf Hoven gewagt. Teilweise sind wir über den Wolken unterwegs aber die schöne Aussicht können wir dennoch genießen. Erinnerungen werden wach, denn vor einem Jahr war ich genau an diesem Fleck und bin im Sattel eines Islandpferdes hier um Hof entlang der schönen Sandbuchten geritten. Die positiven Gedanken und die Schönheit dieser Natur haben uns wieder voll im Griff. Beflügelt fahren wir über Valberg nach Leknes. Getrieben von der Suche nach möglichen Unterkünften, fahren wir bis Ballstad und dort auf Ballstadheia mit blauem Himmel zu wandern. Eine weitere tolle Aussicht über die kleinen vorgelagerten Insel um Ballstad erscheint. Gut gelaunt und von der Sonne angelacht setzten wir die Weiterfahrt über Flakstad nach Ramberg fort. Hier finden wir einen tollen Campingplatz am Strand – das wollte ich doch unbedingt, Meeresrauschen zum Einschlafen. In der Gemeinschaftsküche wird fein gekocht, am Strand gegessen und das Wellenrauschen genossen. Wir bleiben extra lange wach und sehen dem Sonnenuntergang und sofort folgenden Sonnenaufgang zu -so schön! Dank der Schlafmaske und Thermounterwäsche können wir gut schlafen.



04.08
Bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht, Tee trinken zum Auftauen, Zelt trocknen, Frühstück und Sachen packen. Nach unserer morgendlichen Routine geht es nach Reine. Immer wieder halten wir Ausschau nach Unterkünften, doch nichts in unserem Budget lässt sich finden. Ein wenig gefrustet aber dennoch aberteuerlustig beginnen wir die wohlmöglich schwierigste Wanderung auf den Reinebringen. In knapp 2 Stunden haben wir den steilen Auf- und Abstieg gemeistert. Die famose Aussicht hat jegliche Anstrengung verfliegen lassen. Wir sind glücklich nun auch den letzten Berg auf unserer Wanderliste abhaken zu können. Stolz und mit der Sonne im Rücken geht die Weiterfahrt nach Sørvangen. Die angeachte Unterkunft können wir nicht finden und final wird es Moskenes Camping. Immer noch knallt die Sonne Moskenes, wir laufen ein wenig in der Nähe des Campingplatzes.
05.08 & 06.08
Zum Glück auch wieder bei Sonnenschein aufgestanden und nach dem Frühstück nun das Auto abgegeben und weiter mit dem Bus nach Leknes. Nach einem Supermarkt Stopp ging es weiter am Nachmittag mit dem Bus nach Stamsund. Das gute Wetter hielt an und so konnten wir es auch verkraften eine Stunde vor unserem Hostel auf dessen betagten Besitzer Roar zu warten. Mit einer Ruhe und Entspanntheit, die ich so noch nie erlebt hatte, bekamen wir einen kleinen Rundgang und konnten dann unser Zimmer beziehen. Endlich war es möglich Wäsche zu waschen – ein tolles Gefühl nach 10 Tagen Zelt und Regen. Es bliebt noch genug Zeit zum Leuchtturm zu laufen und die weitere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Abends wurde fein gekocht und noch lange am Wasser gesessen, Fischer auf ihren Booten beobachtet und die Nase in die Sonne gehalten.
Und wieder startete ein Tag bei Sonnenschein und das wohlmöglich aufregenste der Reise (für meinen Bruder) lag nun vor uns. Da ich meine Begeisterung für Hurtigruten seit Jahren in der Familie streue, wollten wir unbedingt auch hier gemeinsam ein Teilstück mit den klassischen Postschiff zurücklegen. Am Abend war es dann endlich so weit. Wir konnten bequem von der Unterkunft zum Hurtigruten Kai in Stamsund laufen und checkten während der kurzen Liegezeit ein. Schiff ahoi und unser Abenteuer ging auf See weiter. Wir waren glücklich mit unserer Kabine, konnten schnell auf das Außendeck gelangen. Da wir noch den Hafen Svolvaer und den Trollfjord anliefen blieben wir die ganze Zeit an der frischen Luft und schlürften die uns gereichte Fischsuppe. Unser Glück und die Zufriedenheit stand uns ins Gesicht geschrieben.



07.08
Das erste Frühstück an Bord nach geruhsamer Nacht haben wir sehr genossen. So super uns auch das Campen gefällt, macht eine Schiffskabine doch schon etwas her. Der erste Hafen des Tages ist Finnsnes. Hier haben wir Zeit für einen kurzen Spaziergang entlang des Hafens und der dahinter gelegenenen Siedlung. Auf dem Weg weiter Richtung Tromsø stehen wird dick eingepackt stundenlang an der Reling, halten Ausschau nach Walen und genießen die vorbeiziehende Bilderbuchlandschaft. In Tromsø starten wir dann eine ausgedehnte Erkundungstour. Da wir hier südwärts aussteigen werden, nutzen wir den späten Nachmittag die Ruhe an Bord für Sport und eine entspannte Auszeit im Whirlpool an Deck. Highlight abends ist dann noch der erste gesichtete Buckelwal Backbord auf unserer Route.

08.08
Ähnliches Glück haben wir am nächsten Morgen kurz bevor wir in Honnigsvåg einlaufen, wieder ist ein Walrücken gut erkennbar. Dieser kleine Hafen ist der Ausgangspunkt für unseren Ausflug zum Nordkapp. Erst wollten wir dies auf eigene Faust gestalten, mussten bei der Planung aber feststellen, dass es hier keine Auswahl an Fahrzeugen oder öffentlichen Verkehrsmitteln gemäß unserer Liegezeit gibt. Also nehmen wir die organisierte Tour mit Oliver, einem Deutsch sprechenden Franzosen. Die Sonne lacht mit uns um die Wette als wir die Plattform am Nordkapp erreichen. Auf dem Weg haben wir bereits weiße und braune Rentiere der Sami gesehen. Auch wenn es genau genommen nicht der nördlichste Festlandpunkt Europas ist (der liegt knapp daneben und ist nur via 3 Tage wandern erreichbar), lassen wir die Blicke Richtung Horizont über das Polarmeer schweifen. Unsere Hurtigroute setzt sich dann noch weiter nordwärts fort mit weiteren Stopps in Kjøllefjord wo wir die Finnkirka (Steinformation) und weitere schöne Natur und nochmals einen Wal beobachten können. Bei so viel frisches Luft, genießen wir abends den Luxus der bordeigenen Sauna und lassen die Erlebnisse Revue passieren.



09.08
Wir werden im Hafen von Vadsø wach, entscheiden uns an Bord zu bleiben und entspannen auf dem weg nach Kirkenes bei einem langen Frühstück. Dies ist der Wendepunkt der Hurtigruten so kurz vor der russischen Grenze. Wir nutzen die Zeit im Ort für einen ausgedehnten dann Spaziergang zum Zentrum und See, weiter zum Aussichtspunkt und auf dem Rückweg noch ein kurzer Einkauf. Als es anfing zu regnen waren wir zum Glück wieder am Schiff und haben bei Buch und Keksen uns ausgeruht. Bereits auf dem weg nach Vardø konnten wir wieder Sonne tanken und Wale sehen. In Vardø direkt nutzen wir die Liegezeit für einen Spaziergang zum Hexen Denkmal und dem Fort. Auch hier pünktlich zum Regenschauer sind wir wieder an Bord. Den letzten Hafen Berlevåg können wir dann aufgrund des Nebels gar nicht erst erkennen und so wird auch das Anlegemanöver sehr spannend!

10.08
Highlight vor allem für meinen Bruder ist am nächsten Tag der Hafen Hammerfest. Hier unternehmen wir bei gutem Wetter einen flotten Spaziergang zur Meridiansäule immer entlang der Küstenlinie. Danach entscheiden wir uns noch für die Tour auf den Hausberg und verschnaufen kurz und lassen unsere Blicke schweifen. Hammerfest ist bekannt für seinen Eisbärenclub und besitzt des Weiteren auch ein sehr gut organisiertes Museum über den 2. Weltkrieg und die Einflüsse auf Nordnorwegen. Wir schlendern durch den Ort, beobachten die Verladung weiterer Materialien und machen es uns in der Panorama Lounge wieder gemütlich bis wir abends dann Tromsø erreichen. Wir checken im Smarthotel nachts ein, was uns aufgrund der anhaltenden Mitternachtssonne gar nicht so spät vorkommt.



11.08
Für unserer letzten Tag haben wir uns eine Tour zur berühmten Eismeer Kathedrale vorgenommen. Weiter entschließen wir uns für eine Wanderung auf den Hausberg, den Fjellheisen. Dabei überrascht uns leider wieder eine dicke Regenwolke, sodass wir leider richtig nass werden und die matschigen Pfade langsam runterrutschen. Weiteres Highlight der Reise ist dann der Besuch in Emmas Drømmekjøkken, ein Lokal das mein Bruder ausfindig gemacht hat. Hier speisen wir lecker das Fiskegratin und wärmen uns auf. Der Tag endet dann mit einem Spaziergang zum botanischen Garten und Stadion, wobei es wieder super sonnig und warm ist. Den nun letzten Abend legen wir die Füße hoch, lassen das Erlebte der letzten Tage Revue passieren und sind einfach nur rund herum glücklich und zufrieden wie unser norwegischer Sommer verlaufen ist.
Tipps für deine Reise
Es gibt viele tolle Campingplätze für Zelte, Campingbusse und auch mit Hütten die ab 1 Übernachtung zu mieten sind. Hotels und Pensionen mit wenigen Zimmern kann man auf den Lofoten auch finden, jedoch sind gerade diese in der Hauptsaison entsprechend teuer.
Wir haben vor unserer Tour schon grob im Kopf gehabt wohin wir wollen und entsprechend Adressen und Telefonnnummern zurecht gelegt. Spontane Buchungen mit dem Telefon am gleichen Tag haben immer funktioniert, natürlich bekommt man dann nicht mehr unbedingt seine erste Wahl. Die Touristeninformationen (Svovlaer, Leknes) haben uns gut beraten und Tipps gegeben wenn wir spontan noch eine Hütte gesucht haben. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist hier wirklich bemerkenswert und oft kennen die Mitarbeiter noch private Kontakte mit einer Übernachtungsmöglichkeit.
Generell findet man auch Möglichkeiten in Hostel Wäsche zu waschen und Trockenräume für Zelt und andere Ausrüstung. Wir haben einfach immer nachgefragt was möglich ist und irgendeine Lösung oder Tipp wurde uns immer gegeben.
In Nordnorwegen und vor allem die Lofoten sind ständigen Wetteränderungen unterlegen. Von Regen über Schnee bishin zu strahlendem Sonnenschein kann binnen weniger Stunden alles möglich sein. Auch hier gilt es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung (siehe Packliste).
Wer campen möchte sollte selbst im Sommer mit Temperaturen nachts unter 10°C rechnen.
Ab Mai werden die Nächte immer länger und das Phänomen der Mitternachtssonne kann erlebt werden für ca 76 Tage in Nordnorwegen. Die Sonne geht nicht mehr unter und beschert lange Tage und Nächte. Von Oktober ab an kommt die Winterzeit mit ihren stetig zunehmenden dunklen Stunden. Von November bis Januar spricht man dann von den Polarnächten. Dafür kann man bei guten Verhältnissen Nordlichter sehen.
Für Details siehe auch unserem Nordlicht-Trip im November oder für Einblicke in den Sommer auch die Hurtigrutenreise.
Anreise & Bewegung auf den Lofoten
Bodo ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt oberhalb des Polarkreises. Hier starten und landen täglich regionale sowie überregionale Flüge. Gerade Windero und SAS als skandinavische Airline fliegen mehrfach täglich Bodo an. Die Verbindung aus Deutschland oder unserem Fall Dänemark fordert meist einen Zwischenstopp in Oslo. https://visitbodo.com/home
Es gibt in Bodo Mietstationen verschiedenen Autovermietungen und Fährverbindungen auf die Lofoten mehrmals täglich. Tickets für die Fähre kann man direkt auch vor Ort erwerben und bequem (wie fast überall in Norwegen) mit Karte zahlen. Wer mit dem Auto auf die Fähre möchte sollte sich rechtzeitig kümmern, da nur begrenzte Plätze vorhanden sind. Knapps 3,5 Stunden dauert die Überfahrt nach Moskenes. Durch vorherige Recherche haben wir uns entschlossen direkt auf den Lofoten ein Auto zu mieten und sind bei einem Privatanbieter gelandet.
Des Weiteren kann man direkt über die Hurtigruten Teilstrecken bis hin zu den Lofoten buchen. Narvik/Harstadt ist als weiterer Ausgangspunkt nennenswert. Hier gibt es auch einen Flughafen und einige Autovermietungen. Diese haben wir allerdings nicht getestet.
Zu beachten ist die Verfügbarkeit von Tankstellen je mehr man sich in die ländlichen Gefilde begibt. Geliches gilt für die Lofoten, auch wenn die Entfernungen nicht riesig sind, so muss man die nächste Tankstelle im Auge behalten.
Man kann auch mit dem Bus sehr gut auf den Lofoten unterwegs sein, allerdings sind die Hauptstrecken selbst im Sommer nur wenige Male am Tag frequentiert. Dennoch konnten wir ohne Probleme zwei Strecken fahren mit unserem ganzen Gepäck. Tickets kann man direkt beim Fahrer erwerben. Preise richten sich nach gefahrenen Zonen und als Student kann man noch 50{32b4d57879444ae2b7b5bb463614778b53fe252cd76562b9c9af9a771ca88b4b} Rabatt mit entsprechdem Ausweis bekommen.
https://reisnordland.no/ac/bussruter-lofoten-384
https://reisnordland.no/ac/priser-sone-inndeling
Die Wanderungen waren unsere Urlaubshighlights. Als Outdooraktivisten haben wir vor Reiseantritt schon Wanderungen und deren Tourenprofil studiert und eine Liste mit Wanderungen erstellt:
- Kvalvika
- Reinebringen
- Offersoykammen
- Haukland Bucht > Uttakleiv
- Hoven
- Ballstadheia
- Svolvaergeita
- Tromso: Fjellheisen
- Hammerfest: Hausberg
Wundervolle Aussichten hat man von so ziemlich allen Bergen. Oft sind die Wege mit kleinen Symbolen ausgeschildert. Manchmal gibt es aber auch nur einen ersichtlichen Weg.
Vor allem die Touren zum Offersoykammen als auch Reinebringen sind anspruchsvoll, da es sehr steil aufwärts geht und kaum Geländer, Absperrungen o.ä. gibt. Man sollte unbedingt gutes Schuhwerk dabei haben und trittsicher sein. Diese Touren sind nichts für Schwindelanfällige oder Personen mit Höhenangst.
Des Weiteren findet man viele schöne Spazierwege und leichte Wanderungen an den Ortsrändern. Auch hier liefern die Campingplätze und Touristeninfos oft hilfreiche Informationen wann und wo noch schöne Aussichten und Wege zu finden sind.
Verpflegung:
Wir waren als Selbstversorger unterwegs bis wir die Tour mit dem Hurtigruten Schiffe begannen. In jedem größeren Ort auf den Lofoten gibt es verschiedene Supermärkte die allesamt ein großes Sortiment bieten und oft auch Heimwerkerabteilungen haben wenn man neues Campinggas o.ä. sucht.
Allgemein gilt, wie auch für Norwegen gesamtheitlich, die Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Vor allem bei Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee und Fleisch ist dies spürbar. Wer günstig bei weg kommen möchte kann sich an den Eigenmarken der Supermärkte orientieren. Kiwi, Rema und Brunnpris sind die hier vorhandenen Supermarktketten.
Wir haben einen Mix aus Bäckerei und Snacks an kleineren Imbissen und Supermarkteinkäufen gelebt und selbst gekocht. Gewürze hatten wir von daheim schon mitgebracht sowie auch unser Campingbesteck, Campingkocher und Teller.
Details findest du auf der Packliste.


