Stelzenfischer auf dem Inle See
Abenteuer an Land,  Asien,  Myanmar

Inle Lake – Schwimmende Dörfer und Pagoden

Gegen 3 Uhr nachts hält der Bus am Straßenrand , der Busfahrer macht das grelle Licht an und ein Raunen geht durch die Reihen . Müde Gesichter schauen sichtlich verärgert als ein Burmese das Eintrittsgeld zum Inle Lake kassieren möchte. Auf dieser Busfahrt von Bagan nach Nyaung Shwe haben wir mal wieder gefroren ohne Ende , warum die Burmesen so auf Unterkühlung stehen  bleibt mir ein Rätsel. Mich persönlich hält es nur vom Schlafen ab und sichtlich zerknittert mach ich mich mit den Mädels auf die Suche nach unserer Unterkunft wenig später in Naung Shwe. Diese Stadt ist eine der größten hier am Inle Lake und hat durch einen Kanal Zugang direkt zu diesem. Rings um schließen hohe Bergketten den zweitgrößten See des Landes ein- ein tolles Panorama! Glücklicherweise können wir direkt einchecken und huschen fix ins Bett und schlafen noch ein paar erholsame Stunden. Nach dem leckeren Pancake Frühstück auf der Dachterrasse lassen wir uns von der Familie des Hauses ein bisschen mehr zum Ort und See erzählen und beschließen eine Radtour zu starten , welche mit 6 Stunden Dauer ausgeschrieben ist. Unsere Drahtesel haben ein Körbchen und los geht es vorbei an vielen Bambushütten auf Stelzen, Nassfeldern und Büffeln. Zum Glück säumen Alleen unserem Weg , denn das Streckenprofil  ist nicht ohne bei 33 Grad Celsius und Sonne. Als die Hälfte dieser gemütlichen Tour rum ist müssen wir in einem kleinen Dorf einmal übersetzen lassen mit dem Boot um auf die andere Uferseite zu gelangen. Nachdem sich ein Einheimischer anbietet folgen wir ihm und verhandeln einen fairen Preis. Räder kommen mit ins Boot und keine zwei Meter gefahren, verlangt der Bootsmann das Geld und zwar mehr. Wir ärgern uns , sehen aber keine andere Wahl , genießen die Aussicht auf den unendlich scheinenden See. Wunderschöne Wasserhyazinthen, Seerosen und Gemüsegärten  schwimmen neben uns. Auf der anderen Uferseite müssen wir eine lange Holzbrücke unsere Räder entlang schieben. Rechts und links von uns die verschiedensten Stelzenkonstruktionen auf denen die Menschen hier im See leben und arbeiten. Vor allem zur landwirtschaftlichen Nutzung taugt diese Region im Shan-Staat. Der Ruf der schwimmenden Gärten ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine schwimmende Tomatenproduktion. Unser Weg führt uns weiter vorbei an kleinen Pagoden, Hotelanlagen (ziemlich schick), Zuckerrohrfeldern und kleineren Siedlungen. Das nächste Etappenziel ist ein kleines Restaurant abseits der großen Straße (die dennoch wenig befahren ist. Es wurde uns von unserer Unterkunft empfohlen und es haut uns um. Wunderschön eingebettet in einen Garten aus Orchideen, Gerbaras , Amaryllis und weiteren exotischen Gewächsen sitzen wir in einer erhöhten Bambushütte und können den Blick auf die Berge und den See genießen . Es ist ruhig denn wir sind gerade mal der zweite Tisch. Mit einem warmen Lächeln werden wir bedient, bekommen grünen Tee und Reiscracker zur Begrüßung. Weiter werden wir mit leckerer Kürbissuppe überrascht bevor der Höhepunkt dann unser frischer Ananassaft ist (die Ananas hatten sie gerade geerntet als wir uns setzten). Bei so einer Atmosphäre bleiben wir zwei Stunden und quatschen und entspannen was das Zeug hält.
Für den zweiten Tag haben wir eine Bootsfahrt organisiert auch über unsere Unterkunft weil sie einfach so lieb und nett sind , dass man gar nicht nein sagen möchte. Gut organisiert verbringen wir ab 8 Uhr morgens Zeit in unserem schmalen Boot und lassen uns in die Welt der Intha mitnehmen. Die Intha leben seit Generationen auf dem See und haben beeindruckende schwimmende Dörfer , Felder , Klöster und Pagoden. Zudem können wir die Einbeinfischer aus nächster Nähe bei ihrer täglichen Arbeit zusehen wie sie ein Bein um ein Paddel schlingen und dann damit das Kanu steuern um beide Hände zum einholen der Netze frei zu haben. Unser Guide bringt uns zu einer Silberschmiede  (natürlich verfallen wir Mädels dem hübschen Schmuck), einer Lotus Weberei und einer lokalen Zigarrenproduktion im Wohnzimmer einer Intha Familie. Wahnsinnig spannend und interessant wie hier produziert und gelebt wird.

Der See ist insgesamt 22km lang und ca 11km breit , gefühlt waren wir in den knapp sieben Stunden überall und entspannen auf Hängematten anschließend um unsere Eindrücke zu verarbeiten. Einig sind wir uns dass es sich gelohnt hat und ich konnte meinen Durst nach dem Wasser und Bootfahren endlich wieder stillen.
Abends schmieden wir weitere Reisepläne für Mandalay und Thailand bei einem Pina Colada , der mit Kokosmilch und frischem Ananassaft einfach Ruck Zuck leer ist. Nachdem wir die letzten Tage zumeist Curry , Nudeln oder Reis mit Gemüse gegessen haben entscheiden wir uns aus der Laune heraus für Spaghetti Carbonara welche überraschend gut ist.
Tag drei am Inle See haben wir auf einem einheimischen Markt in Nyaung Shwe kurzweilig verbracht , es war einfach zu quirlig um sich dort in Ruhe die lokalen Produkte anzuschauen. Glücklicherweise konnten wir unser Zimmer bis zur Abfahrt unseres Nachtbusses verlängern, tanken Sonne und schreiben Postkarten. Nächster Halt ist dann Mandalay und Umgebung.

Bootstour Inle Lake, Hafenanleger Myayni Gone
Schwimmende Pagode Inle Lake
Stelzenhäuser Inle Lake
Frauen auf dem Inle Lake

  • Bootfahrt über den See am besten von der Unterkunft organisieren lassen
  • Insektenschutz und Sonnenschutz sehr zu empfehlen
  • Radtour und Übersetzen an den Ufern möglich – gut verhandeln!

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