3 Tage in Bagan
Der weg durch die Dunkelheit ist holprig, Palmen säumen den Und selbst zu dieser Zeit ist hier mitten im nichts sehr viel unterwegs. Wir halten zweimal an sehr belebten Raststätten , essen noch eine Drachenfrucht und probieren zu schlafen auf den 700 km Huckelpiste von Yangon nach Bagan. Die Klimaanlage ist wahnsinnig frisch und zerknittert der kommen wir gegen 5 Uhr morgens am Ziel an. Unser neues Zimmer in Bagan können wir noch nicht beziehen aber da gerade die sonne aufgeht entscheiden wir uns spontan Fahrräder auszuleihen und cruisen zu den Pagoden, ein beeindruckendes Panorama bietet sich u s nachdem wir eine der vielen Pagoden hinaufklettern und die frühe Morgensonne tanken. Der absolute Wahnsinn, so einen Moment man nicht in Worte fassen, vielleicht transportieren die Bilder ein paar Eindrücke. Positiv gestimmt nach dieser spontanen Aktion fahren wir zum leckeren und ausgedehnten frühstück zurück in unsere neue Unterkunft. Kurz darauf erhalten wir dann auch den Schlüssel für unser Familienzimmer und machen ein Mittagsschlaf. Leider hat es in der Zwischenzeit begonnen mit regnen, Vorteil aber das es heute nicht so heiß wird und wir später gemütlich durch unseren Ortsteil spazieren. Eine weitere mit Gold verzierte Pagode schauten wir uns an. Besonders jetzt schauen uns die Menschen hier mit großen Augen an , kommen auf uns zu und wollen Fotos machen. Etwas ungewöhnlich für uns aber dennoch kann man diesen freundlichen Menschen nichts böses anhaben. Zum Abend essen wir burmesisches Curry und trinken einen Lassi.
Was für ein mystischer Ort wenn man überlegt wie viele Pagoden, Stupas und Tempel hier stehen auf ca 40.000 km². Die Ebene am Irrawady Fluss , der uns schon in Yangon begleitete, gleicht einer Savanne. Palmen , Kakteen und kleinere Bäume sowie viele Sträucher geben der Landschaft ein paar grüne Flecken. Ein Netz aus Sandpisten macht es möglich mit dem Fahrrad oder Roller ein Pagoden Hopping zu starten. Es gibt große und kleine , schlichte und wunderschön verzierte Pagoden. Manche sind vergoldet, andere wiederum mit einem Bambusgerüst eingerüstet, wobei es nie nach Baustelle sondern eher nach einer zusätzlichen Dekoration aussieht. Viele diese Anlagen sind weit über tausend Jahre alt und wurden die letzten Jahre restauriert oder gar nachgebildet. Im Inneren findet man immer verschiedene Buddha Statuen in jede Himmelsrichtung blickend. Da wir uns einfach nicht entscheiden können was wir sehen wollen haben wir einfach zwei Roller gemietet und sind geräuschlos quer Feld ein gedüst und gestoppt wann immer wie Lust hatten. Beeindruckt waren wir von den Wandmalereien, dem ganzen Gold und einfach der beeindruckenden Schönheit dieser Ebene. Dadurch dass alle Roller mit Strom fahren hört man nichts und niemanden, mitten in der Natur absolute Ruhe und alles im Einklang. Eine Gänsehautatmosphäre die ich besonders schätze , waren es doch die letzten Tage die Sonnenauf- und untergänge die einem dem Atem stocken . Zumeist sind wir auf die Pagoden , wo es erlaubt war, hinauf geklettert und haben viele Fotos gemacht u die Blicke schweifen lassen. Man muss vor dem Betreten immer die Schuhe ausziehen und Schultern und knie bedecken. Ihr könnt euch vorstellen wie wir abends aussahen…
Einen Longy haben wir uns zugelegt , das ist das traditionelle Kleidungsstück für Männer und Frauen in Myanmar und gleicht einem Wickelrock. Damit konnten wir problemlos durch die Gegend wurden aber dennoch oft nach Fotos gefragt. Egal wo wir waren , mitten im nirgendwo trifft man Deutsche an jeder Ecke , was auch insofern gut war , dass wir noch Wege gefahren sind und Pagoden gefunden haben , worauf wir selbst nicht gekommen wären.
In Nyaung U unserem Ort der Unterkunft konnten wir leckere Gerichte der burmesischen Küche kosten , leider oft in Öl schwimmend. Der Mangolassi war unschlagbar gut genauso wie das Mandalay Bier , welches in 0,64l Flaschen ausgeschenkt wird. Eine Wäscherei haben wir zum Glück auch gefunden und die Klamotten der ersten Woche von Staub und Bakterien jeglicher Art befreit 😉

Heute Morgen dann sind wir extra um 4.30h aufgestanden um das berühmte Bild der aufsteigenden Ballons über Bagan zu sehen. Ein Traum . Mit dem Roller sind wir innerhalb von 10min bei einer begehbaren Pagode , schwupps hochgeklettert und dann im Dunkeln langsam die aufgehende Sonne beobachtet und vor lauter wundern nicht mehr den Mund zu bekommen. Nachdem der Himmel sich rosa färbte stiegen nach und nach die Heißluftballons auf und das Bild war perfekt. Ein Moment für die Ewigkeit.
Am Mittag beginnt es stark zu regnen und es kühlt auf 20 Grad herunter. Wir nutzen das Wetter und holen etwas Schlaf nach bevor es dann paar Stunden später wieder auf den Roller geht und wir neue Wege durch das Feld von Pagoden suchen bis zu dem Punkt , wo mein Hinterrad ausbricht und mein Reifen sich von der Felge löst. Zum Glück hält ein einheimisches Taxi und ruft zur Hilfe unsere Vermieter an. Innerhalb von 20min sitze ich auf einem neuen roller und die Tour geht weiter. Positiv überrascht! Und schöne Strecken offroad gedüst, weitere Dinge besichtigt und ganz lecker gegessen im „Black Bamboo“. Dieses Restaurant war wunderschön im Garten gelegen , auf Rattansesseln Kokoscurry diniert. Abends ging es dann mit dem Nachtbus über die Berge zur nächsten Station , dem Inle See.
Rückblickend kann man sagen, dass 3 Tage eine gute Wahl für die Erkundung von Bagan waren. Ausreichend um viel zu sehen und in Ruhe einige Pagoden zu begehen und mit dem Roller die Entfernungen zurückzulegen. Mittlerweile haben wir aber genug Pagoden gesehen und freuen uns auf weitere Myanmar-Highlights wie unseren nächsten Stop am Inle See.



- Roller ist besser geeignet als Fahrrad
- Lange Kleidung notwendig für Pagodenbesuch
- Taschenlampe notwendig zur Orientierung in den Pagoden


