St. Vincent und die Grenadinen
Tanz auf dem Vulkan
2/9/2016
Es ist 8 Uhr morgens und ich gemeinsam mit 44 motivierten Wanderern soll es heute auf den Inselvulkan gehen. Da der Vulkan am andere Ende der Insel liegt fahren wir im Minibus knapp 1,5 Stunden bis zum Ausgangspunkt. Die Fahrt führt zum Großteil entlang der Küste und bietet uns ein tolles Panorama. Ziemlich quirlig geht es in den kleinen Ortschaften zu. Fischer fahren hinaus aufs Meer, Marktstände werden mit frischen Früchten bestückt. Vom Guide bekommen wir viele Einblicke in das tägliche Leben auf St. Vincent, das größte Projekt zur Zeit ist die Fertigstellung des internationalen Flughafens. Im März wird er eröffnen und man erhofft sich somit mehr Touristen und verbesserte Handelsmöglichkeiten. Es wurden extra drei Hügel platt gewalzt , tausende von Mensch umgesiedelt und ein Fluss umgelegt. Ein Wahnsinnsprojekt welches international gefördert wird. Alle sind erstaunt, dass dieser Flughafen so schnell hochgezogen wird und in Berlin immernoch Stillstand herrscht. Verrückte Welt! Auf 300 Höhenmetern befindet sich dann der Anfang eines kleinen Trampelpfades. Mit Banane und einer Flasche Wasser ausgestattet beginnen wir unsere Wanderung. Der erste Teil führt über viele natürliche Stufen durch tropischen Regenwald. Sattes grün soweit das Auge reicht, Helikonien blühen, der Bambus knartscht und Papageien hört man in der Ferne. Es geht über eine vom Lava geformte Lichtung. Wahnsinn die Vorstellung, dass in 1902 hier das letzte Mal Asche , Lava und große Felsbrocken durch die Luft geschleudert worden. Wir werden regelmäßig mit geographischen und geologischen Informationen vom Wanderguide versorgt , alles super spannend wie man noch probiert hatte Bevölkerung und Natur zu retten damals. Der zweite Teil des Weges ist nur noch durch mannshohe Bäume und Büsche begrenzt. Somit eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf die Küste und das umgebene Bergland. Vor uns ist es neblig und vom Vulkankrater keine Spur. Motiviert geht es weiter und ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, diese Landschaft ist einfach so beeindruckend. Der anschließende dritte Teil der Wanderung geht über reines Vulkangestein und Geröll, teilweise muss man auf allen Vieren klettern. Oben am Kraterrand angekommen stehe ich die ersten 5min im totalen Nebel und sehe kaum meine anderen Wanderer. Es ist sehr kalt und die Wolken ziehen sehr schnell vorbei. Dann kommt die Sonne durch und ich kann in den Krater schauen. Ein kleiner See ist zu entdecken, grün und sehr zerklüftet alles. Ich sitze und träume vor mich hin! Man kann es irgendwie gar nicht so beschreiben, aber glaubt mir einfach. Auf einem Vulkan zu stehen war etwas besonderes!




Regenwaldwanderung mit Papageien
Auf St. Vincent stand noch das Papageienreservat auf meiner Liste. Schon allein die Fahrt zum Ausgangspunkt war sehr abenteuerlich, da die Straße kaum befestigt war und in den Kehren teilweise Absperrungen fehlten. Die Straßen hier haben auch gefühlt Steigungen bis zu 20{32b4d57879444ae2b7b5bb463614778b53fe252cd76562b9c9af9a771ca88b4b} und als links-sitzender Beifahrer wird einem da schnell anders wenn auf einmal der Kleinbus am Hang ausgeht. Nun ja letzten Endes konnte die Wanderung im Reservat starten und sofort war ich wieder im Bann der einmaligen Flora und Fauna. Die einheimischen Guides konnten fast jede Baumart erklären und wussten die Verwendung dieser. Egal ob nur die Früchte oder Rinde, viele der hier wachsenden Pflanzen können und werden von den Einheimischen verwendet. Der Brotfruchtbaum, die Ananaspflanzen und die riesigen Hibiscusbäume blieben im Gedächtnis. Der Wanderweg bzw. eher Trampelpfad durch den Regenwald führt uns an großen Brettwurzeln und schönen Aussichtspunkten vorbei. Papageien haben wir glücklicherweise auch im Flug beobachten können. Erst in der Abenddämmerung mussten wir uns dann beeilen um rechtzeitig aus dem Wald hinaus zu sein. Hoch motiviert ging es gleich am nächsten Morgen wieder in die Trekkingschuhe.






