Abenteuer an Land,  Nord- & Zentralamerika,  USA

Herbst in New York

Der Herbst ist eine Stimmung. Und kaum ein Ort fängt sie so intensiv ein wie der Nordosten der USA. Unsere Rundreise begann im vibrierenden New York City, wo wir liebe Freunde besucht haben und führte uns Schritt für Schritt hinaus aus der Stadt – hinein in leuchtende Wälder, tiefe Schluchten, Wasserfälle und herbstliche Gemütlichkeit. Eine Reise voller Kontraste, Farben und besonderer Momente.

New York City – 3 Tage zu Fuß durch den Großstadt-Herbst

Der Startpunkt unserer Reise war New York City – besser Roosevelt Island. Drei Tage lang haben wir die Stadt zu Fuß erkundet, sind durch verschiedene Viertel gelaufen und haben das Zusammenspiel aus urbanem Trubel und goldenem Herbstlicht aufgesogen. Parks wie der Central Park wirken in dieser Jahreszeit fast wie eigene kleine Welten.

NYC ist intensiv, laut, inspirierend – und genau deshalb der perfekte Auftakt, bevor es hinaus in die Natur geht.

Tag 1 startete mit einer Fahrt mit der Seilbahn (Roosevelt Island Tramway) – ein ruhiger Moment über dem East River, bevor wir uns ins Stadtleben stürzten. Von dort ging es Richtung Central Park, weiter die 5th Avenue entlang, vorbei an der beeindruckenden New York Public Library und dem ikonischen Flatiron Building bis zum Union Square. Am Abend nahmen wir die Fähre zurück, die Skyline im warmen Herbstlicht vor Augen – ein perfekter erster Tag.

Tag 2 stand ganz im Zeichen von Wasser und Kontrasten. Mit der Fähre nach Brooklyn ging es zunächst zu den Piers, mit weitem Blick auf das Financial District. Von dort liefen wir über die Brooklyn Bridge zurück nach Manhattan – ein Klassiker, der jedes Mal aufs Neue beeindruckt. In der Nähe der Wallstreet fand ich 40 Dollar auf dem Gehweg. Danach ging es zum One World Center, weiter nach Chinatown, durch Greenwich Village und SoHo, mit all den tollen Fassaden und kleinen Läden, die zum Stöbern einladen. Den Abend ließen wir persönlich und gemütlich ausklingen – bei einer Housewarming-Party bei Freunden.

Tag 3 fühlte sich deutlich entspannter an. Wir erkundeten Williamsburg zu Fuß, genossen die Sonne, stöberten durch Straßen und Cafés und ließen die letzten Tage bewusst langsam angehen. Ein besonderes Highlight war der Besuch einer Veranstaltung im New Lab in den Brooklyn Navy Yards – ein spannender Ort, an dem Innovation, Design und Zukunftsideen zusammenkommen.

Mit dem Zug nach Cold Spring – Herbst wie aus dem Bilderbuch

Nach drei Tagen Stadt wechselten wir das Tempo: Mit dem Zug entlang des Hudson River ging es nach Cold Spring, einem kleinen Ort, der wie gemacht ist für den Herbst. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis – bunte Wälder, Wasserblicke und dieses Gefühl, langsam anzukommen.

Cold Spring ist bekannt für seine Wanderwege mit Blick auf den Hudson River. Die Aussicht von oben, das raschelnde Laub unter den Füßen und die klare Herbstluft machten diese Wanderung zu einem der emotionalsten Momente der Reise. Abends wurde es gemütlich: gutes Essen, Kerzenlicht und Zeit mit Freunden – genau so fühlt sich Herbst an.

Start des Roadtrips – Richtung Finger Lakes

Am nächsten Tag holten wir unseren Mietwagen in Beacon ab (kleinste Autoklasse bestellt und ein riesiges Auto bekommen) und starteten die Rundreise durch den Bundesstaat New York. Die Fahrt Richtung Finger Lakes Region war bereits Teil des Erlebnisses: kleine Orte, Farmen, Wälder in allen Rot- und Goldtönen – eine Landschaft, die entschleunigt.

Watkins Glen & Seneca Lake – Wasserfälle, Wein & Weite

Unsere erste Station war Watkins Glen am Seneca Lake, dem größten der Finger Lakes. Der Ort ist vor allem für den Watkins Glen State Park bekannt, in dem sich spektakuläre Schluchten und über 19 Wasserfälle aneinanderreihen. Die Wege führen über Steintreppen und Brücken – ein absolutes Highlight, besonders im Herbst. Wobei man ehrlich sagen muss, dass Wanderungen hier eher einem Spaziergang gleichen. Parkplätze sind gefühlt direkt neben den Wasserfällen, Wege sind eher flach und breit ausgebaut.

Rund um den Seneca Lake prägen Weinreben die Landschaft. Die Region gilt als eines der wichtigsten Weinanbaugebiete im Osten der USA. Unser Lakeside Resort war der perfekte Ausgangspunkt für kleine Wanderungen und ruhige Abende mit Blick auf den See.

Tagesausflug nach Kanada – die Niagarafälle

Von den Finger Lakes aus machten wir einen Tagesausflug nach Kanada, um die Niagarafälle zu sehen.

Auf dem Weg haben wir uns ein ikonisches Diner ausgesucht, um so richtig amerikanisch zu frühstücken. Am besten geht das im Crossing Diner, in dem man direkt mit „My Love“ begrüßt wird und einen großen Pott Kaffee bekommt bevor man richtig sitzt. Die eifrige Bedienung achtet auch im Minutentakt darauf, dass diese Kaffeetasse nie leer wird und hat uns mit riesigen Pancakes direkt ins Food-Koma katapultiert.

Einige Stunden später erreichten wir dann die Grenzstadt, voller Casinos, nicht so schöner Hotelbauten und Asphalt bis zum Wasserfall. Mein erster Eindruck war sehr enttäuschend, da wirklich alles zugebaut und voll mit Werbung ist. Um einen richtigen Blick auf das eigentliche Naturspektakel zu bekommen, haben wir uns entschieden auf die kanadische Seite zu laufen. Zu Fuß überquerten wir die Rainbow Bridge – ein besonderer Moment, einfach von einem Land ins andere zu laufen.

Die Wasserfälle sind laut, gewaltig und beeindruckend – ein starker Kontrast zur ruhigen Seenlandschaft. Wir spazierten bei herrlichem Sonnenschein einmal rings herum und genossen trotz allen Kitschs rechts und links diesen Ausflug sehr. Abends ging es zurück in die USA und weiter zu den Finger Lakes – müde, aber voller Eindrücke (unser ESTA hat völlig ausgereicht für diesen Grenzübertritt).

Ithaka – Wasserfälle & ein Hauch Hogwarts

Auf dem Weg nach Ithaka legten wir weitere Stopps für Wasserfallwanderungen ein – denn rund um Ithaka gibt es mehr als 100 Wasserfälle. Besonders zu empfehlen sind die Taughannock Falls am Cayuga Lake (hier konnte man mal mehr als 20min laufen ;)). Ithaka ist Heimat der Cornell University und unser Hotel „The Dorm“ lag direkt auf dem Universitätscampus – ein Ort, der mit seinen historischen Gebäuden fast ein bisschen wie ein kleines Hogwarts wirkt. Die Stadt kann man gut in kurzer Zeit zu Fuß erkunden.

Besonders beeindruckend war die Wanderung zu den Buttermilk Falls, wo sich Wasserfallstufen durch eine enge Schlucht ziehen – umgeben von buntem Herbstlaub. Zwei Tage lang genossen wir die Mischung aus Natur, akademischer Atmosphäre und ruhigen Spaziergängen.

Zurück nach NYC – Halloween als Finale

Zum Abschluss ging es zurück nach New York City – rechtzeitig, um die legendäre Halloween Parade mitzuerleben. Nach all der Ruhe war das noch einmal ein lauter, bunter, kreativer Kontrast: Kostüme,  Menschenmassen und zu unserer aller Überraschung keine Musik auf der Parade… Highlight in jedem Fall die Dog Parade – diese Kostüme übertrafen einfach alles!

Fazit

Diese Rundreise durch New York State im Herbst war eine Reise der Farben und Gefühle. New York City brachte Energie, Cold Spring Ruhe, die Finger Lakes Tiefe und Weite, und die Wasserfälle erinnerten daran, wie kraftvoll Natur sein kann.

Fun fact – ich liebe Obst und Gemüse, doch die USA machen es einem durchaus schwer mit gesunder Ernährung – unsere Zusammenfassung nach knapp 12 Tagen vor Ort:

4x Pizza

3x Burger

5x Donuts

3x Pancakes

1x Hotdogs

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert