Die Great Ocean Road
Australiens spektakulärste Küstenstraße
Die Fahrt entlang der Great Ocean Road gehört ohne Zweifel zu den eindrucksvollsten Roadtrips Australiens und stand lange auf meiner Wunschliste. Auf rund 240 Kilometern schlängelt sich die Straße zwischen dem Ort Torquay und Allansford direkt an der Südküste Victorias entlang – vorbei an dramatischen Kalksteinklippen, wildem Ozean und dichten Regenwaldabschnitten im Hinterland.
Wir planen für diese Strecke bewusst zwei entspannte Etappen und fahren antizyklisch, denn schon nach den ersten Kilometern wird klar: Hier zählt nicht das Ankommen, sondern jeder einzelne Aussichtspunkt unterwegs.
Da wir aus Adelaide gestartet sind nehmen wir noch die wunderschönen Orte/Strände Narrawong und Port Fairy mit.
Danach folgen schroffe Kalksteinküsten, steile Klippen und immer wieder versteckte Buchten reihen sich wie Perlen aneinander. Bis Port Campbell (unser nächster Camperplatz) haben wir das Glück, die Straße nahezu für uns allein zu genießen – Parkplätze frei, Aussichtspunkte ruhig, nur das Rauschen der Brandung begleitet uns. Was auch zu unserem Camperalltag durch Victoria gehört ist das prüfen der Brände. Mehr als 7 Brände toben durch den State, zeitweise waren die Otways auch betroffen.
Unsere bisherigen Highlights: die abgelegene Bay of Islands Coastal Park, die Bay of Martyrs, die ikonische Felsformation London Arch (früher London Bridge) und die geheimnisvolle Felsenhöhle The Grotto. Bei Sonnenuntergangsstimmung lassen wir uns den Wind um die Nase wehen und genießen die Ausblicke aufs Meer.
Auf der Weiterfahrt Richtung Apollo Bay am nächsten Tag wird der Verkehr dann deutlich dichter, doch die Landschaft bleibt spektakulär. Die berühmten Twelve Apostles, die trotz ihres Namens nie aus zwölf Felsen bestanden, sind wie zu erwarten, touristisch sehr überlaufen aber dennoch definitiv einen Stopp wert.
Ein landschaftlicher Kontrast erwartet uns im Hinterland: Im Great Otway National Park tauchen wir in einen grünen Regenwald aus gigantischen Eukalyptusbäumen ein, der die raue Küstenkulisse perfekt ergänzt. Der Weg dahin kurvenreich bergauf und ab ist mit dem Camper schon ein Abenteuer für sich.
Auch tierisch beschert uns die Strecke unvergessliche Begegnungen. Koalas dösen entspannt in den Baumwipfeln, Kakadus kreischen über den Parkplätzen, ein neugieriger Seelöwe taucht kurz vor der Küste auf und mit etwas Glück entdecken wir sogar einen Ameisenigel am Straßenrand – diese kleinen Momente machen den Roadtrip noch besonderer.
In Apollo Bay machen wir unseren zweiten Übernachtungsstopp, hören das Wellenrauschen bis in den Camper. Unser Tag beginnt mit einer Panoramafahrt entlang der Küste durch kleine Orte, in denen Surfercafés auf ruhige Badebuchten treffen. Die Straße windet sich zwischen Ozean und Eukalyptusalleen dahin, bis wir kurz vor Lorne spontan zu den Sheoak Falls abbiegen. Ein kurzer Spaziergang führt uns zu dem schmalen Wasserfall – ein ruhiger, fast versteckter Kontrast zur offenen Küstenlandschaft.
Nicht jede Kurve verläuft an diesem Tag entspannt: enge Straßen, ungewohnter Linksverkehr und spontane Planänderungen fordern unsere Konzentration. Doch genau daraus entstehen oft die schönsten Erinnerungen. So entdecken wir eher zufällig einen traumhaften Küstenpfad im Aireys Inlet, der uns zum historischen Split Point Lighthouse führt. Wenige Schritte weiter wartet eine kleine, versteckte Bucht – windgeschützt, menschenleer und für einen Moment ganz unsere eigene.
Am Abend erreichen wir schließlich den Strand von Breamlea, wo wir auf unserem Campingplatz den Tag ausklingen lassen. Während die Sonne langsam im Südlichen Ozean versinkt, wird uns einmal mehr bewusst, warum die Great Ocean Road so viele Reisende in ihren Bann zieht: Sie ist keine Straße, die man einfach fährt – sie ist eine, die man erlebt.
Unsere Tipps für die Great Ocean Road
- Antizyklisch fahren und viele Orte für sich alleine haben
- Alle Parkplätze/Aussichtspunkte sind kostenlos
- Je dichter zu den 12 Aposteln und Melbourne, je voller & teurer werden Campingsplätze, Restaurants, Tankstellen, etc.
- milde/warme Temperaturen im Februar waren perfekt, VIC Emergency App hilfreich bei Waldbränden
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