Rømø – Kurze Inselauszeit
Spontan auf der Suche nach Softeis und Wellenrauschen
8/17/2015
Nachdem nun Hamburg auf ein Neues erkundet wurde zog es mich mal wieder an einen anderen Ort und zum Glück fand ich sofort eine begeisterte Mitreisende. Bei einem Glas Wein überlegten Anne und ich wo wir denn mal schnell hinfahren könnten und Dänemark schien perfekt. Über´s Wochenende konnten wir noch kurzfristig eine kleine Holzhütte auf einem Campingplatz auf der Insel Rømø, sowie einen kleinen Flitzer mieten.
FREITAG: Nachdem Drachen, Skimboard, Verpflegung und paar Klamotten eingeladen waren sammelte ich Anne ein und los ging es über die A7 bei Sonnenschein ins Nachbarland. Nicht mal drei Stunden brauchten wir bis zur besagten Hot Dog Station am Kreisel vor Skærbæk (ein kleiner Geheimtipp von einem ehemaligen Kollegen) und stärkten uns bevor wir dann über den 9 km langen Damm bei leichtem Regen unser Ziel erreichten. Als wir uns dann etwas eingerichtet hatten und beschlossen eine Strandwanderung quer über die Insel zu wagen riss der Himmel auf und Sonnencreme musste her. Gemütlich liefen wir an Pferdekoppeln und kleine Holzhütten vorbei, immer durch die wunderschön blühende Heidelandschaft. Summende Bienen, Kühe und Schafe komplettierten das idyllische Bild- wir waren sofort tiefenentspannt! Nur wollte der Weg zum Strand auch nach einer Stunde nicht enden, Wasser war keines zu sehen und so hatten wir uns doch ein wenig mit der Entfernung verschätzt. Etwas kaputt erreichten wir die Dünen von Lakolk. Der Wind wehte große Sandmassen über die breite Dünenlandschaft, sodass wir ein gratis Körperpeeling erhielten und entschieden fix ins Wasser zu rennen- Abkühlung tat gut! Da der Wind nicht abflauen wollte konnten wir leider nicht mehr in den Dünen sitzen und entschieden uns nach kurzer Pause den langen Rückweg anzutreten. Mächtig geschafft ließen wir den Abend bei einer guten Flasche Wein ausklingen.
SAMSTAG: Die Nacht war uns Mädels nicht gegönnt, gab es doch knapp 45min lang ein heftiges Gewitter gefühlt direkt über unserer kleinen Hütte. Etwas verknorkelt dann am Morgen unser Frühstück auf der Terrasse. Leichter Regen setzte ein und wir entschieden uns für eine Inseltour im Auto. Erste Station war das Inselende mit der Ortschaft Havneby. Das ist der Hafen an dem auch die Fähren nach Sylt anlanden. Ein paar Häuschen entlang der Hauptstraße, ein Supermarkt und eine Touristeninfo, mehr gab es hier nicht zu entdecken und so lockte doch mehr ein kleiner Wanderweg durch ein nahegelegenes Waldgebiet. Auf dem Weg dorthin begegneten uns die ersten Rehe. Ganz in Ruhe starteten wir die ausgeschilderte 3 km Runde. Ein herrlicher Weg über Stock und Stein, wenn da nicht diese Mücken gewesen wären… Zum Nachmittag entschieden wir uns dann wieder für einen Strand, da auch die Sonne wieder am Himmel zu sehen war und das Thermometer auf 27°C kletterte. Der Sønderstrand ist bekannt für seine wahnsinnige Breite, welche optimal für Kitebuggytouren ist. Perfekt auch für uns, konnten wir doch aufgrund der rückläufigen Ebbe sehr weit vom Strand Richtung Wasser wandern und die Ruhe genießen. Aufgrund der großen Wasserflächen, die sich nach und nach bildeten konnte ich mir das Skimboard schnappen und mich im Wasser austoben (Danke Anne für deine Geduld :))! Rasend schnell verging dabei die Zeit, ist man doch nur auf sich und das Board konzentriert, Ich lief vor bis auf eine Sandbank und konnte schon List (Sylt) gut erkennen, entschied mich aber aufgrund der dunklen Wolken schnell zurück zu skimmen und Anne einzusammeln. Unsere Inseltour setzten wir dann Richtung Norden fort, hielten noch kurz an einer urigen Feuerwehr und an der Rømø Kirke (alte schicke weiße Kirche). Da wir unbedingt noch ein Eis naschen wollten entschieden wir uns wieder in Lakolk vorbei zuschauen. Hier kann man entlang einer Ladenzeile bis zu den Dünen laufen und auf den letzten Metern häufen sich nur so die Souvenir und Eisläden. Wir entschieden uns für die Theke mit der größten Auswahl und griffen zu Lakritzeis (dänische Spezialität), Blaubeere, Walnuss, Mango und Diam Schokolade. Knappe 5€ haben wir jeder für unseren Haufen Eis dort bezahlt aber das war es allemal wert. Ich habe schon lange nicht mehr so gutes selbstgemachtes Eis gegessen und die Portion ersetzte zurecht unsere normalen Mahlzeiten. Glücklich schlenderten wir dann nochmal zum Wasser, ließen mehr oder weniger erfolgreich unserer Drachen steigen und fuhren glücklich zurück zur Hütte. Nach wohlverdienter Dusche hätten wir beide eigentlich direkt ins Bett fallen können. Meeresluft und dauerhafte Bewegung zehren ganz schön!
SONNTAG: Und so schnell ist auch schon wieder ein Wochenende vorbei. Frühstück, Hütte aufräumen und los ging es Richtung Heimat. Doch noch bevor wir die Insel verließen schauten wir uns das Kommandørgården an. Ein riesiges Backsteingebäude von 1700 in dem eine bekannte Seefahrerfamilie lebte. Ein beeindruckendes Nationalmuseum ist daraus entstanden, in dessen Stallungen das Skelett einen Pottwales (welcher 1996 auf Rømø gestrandet war) ausgestellt ist. Weiteres Highlight unserer Rückfahrt war der Stopp in Husum. So richtig wussten wir beide nicht was uns dort erwartet, wollten aber dennoch herausfinden was sich hinter diesem bekannten Ortsnamen so versteckt. Es waren gerade die Hafentage, die es uns erschwerten einen Parkplatz zu finden. Dank Anne´s Geduld fanden wir noch für eine Stunde einen Fleck. Gemütlich liefen wir durch die Gassen, entlang der Buden, Bühnen und Aussteller. Besonders gut gefiel uns das Husumer Schloss, welches wir eher durch Zufall entdeckten. Mit Fischbrötchen in der Hand genossen wir die letzten Minuten unserer kleinen Reise und fuhren zurück nach Hamburg.





